Werbebanner
Anzeige
Werbebanner


Definition

Johanniskraut: Definition

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) wächst wild in ganz Europa und Westasien an Wegrändern und anderen trockenen, sonnigen Standorten. Auffällig an den kleinen, gelben Blüten sind die zahlreichen, langen Staubblätter. Medizinisch verwendet wird das zur Blütezeit gesammelte Kraut.

 

Johanniskraut: Geschichte

Seinen deutschen Namen hat das Johanniskraut, das auch Sonnwendkraut genannt wird, wahrscheinlich daher, weil es zur Sonnenwende (Johanni am 24. Juni) blüht. Im alten Griechenland und Rom wurde Johanniskraut hauptsächlich zur Wundheilung eingesetzt. 

 

Im Volksglauben galt Johanniskraut lange Zeit auch als Mittel gegen Zauberei und Anfechtungen des Teufels. Im 18. Jahrhundert entdeckte man die nervenstärkenden Kräfte von Johanniskraut.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 25. August 2009

Wirkungsweise

Johanniskraut: Wirkung

Das Johanniskraut gehört zu den am besten untersuchten Heilpflanzen. Seit Ende der achtziger Jahre haben zahlreiche experimentelle und klinische Studien seine Wirkung bei Depressionen untersucht. Viele der enthaltenen Inhaltsstoffe beeinflussen Botenstoffe im Gehirn - und hellen so die Gemütsstimmung auf. 

 

Wichtigster Bestandteil ist das Hyperforin, das bei leichten bis mittelschweren Depressionen vergleichbare Effekte erzielt wie klassische Antidepressiva. Hyperforin hat auch eine keimtötende Wirkung und fördert so die Wundheilung.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 25. August 2009

Anwendung

Johanniskraut: Anwendung

Johanniskraut wird innerlich in Form von Tee, Kapseln, Tropfen oder Pflanzensaft eingenommen. Da bei der Teezubereitung die Menge an Wirkstoff vergleichsweise gering und schwer einschätzbar ist, sollten zur wirksamen Behandlung von Depressionen Fertigpräparate vorgezogen werden. 

 

Die Präparate müssen ausreichend hoch dosiert sein, Mediziner empfehlen täglich mindestens 500 bis 1000 Milligramm der Extrakte. Erreichen lässt sich diese Dosis meist nur mit standardisierten apothekenpflichtigen Präparaten.

 

Johanniskraut  zeigt, genau wie die klassischen Antidepressiva, erst nach mehreren Wochen Einnahme eine Wirkung bei Depressionen. Der Vorteil gegenüber den chemischen Präparaten liegt in der besseren Verträglichkeit, Konzentration und Reaktionsfähigkeit werden nicht beeinträchtigt.

 

Die äußerliche Anwendung erfolgt mit Johanniskrautöl (Rotöl). Rotöl wird  zur Behandlung von Verletzungen und Verbrennungen 1. Grades empfohlen, sowie zur Behandlung von Muskelschmerzen. Innerlich angewandt hilft Johanniskrautöl bei Verdauungsstörungen.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 25. August 2009

Risiken

Johanniskraut: Risiken

Johanniskraut-Präparate zeigen Wechselwirkungen mit vielen anderen Arzneimitteln, zum Beispiel Antibiotika, Digitoxin, Immunsuppressiva, Gerinnungshemmer oder Antibabypillen. Je höher die Dosierung ist, desto stärker ist der Einfluss auf andere Medikamente. Die Anwendung von Johanniskraut sollte deshalb mit dem Arzt besprochen werden.

 

Johanniskraut kann eine phototoxische Reaktion der Haut hervorrufen - es erhöht die Lichtempfindlichkeit etwa um ein Fünftel. Vor allem hellhäutige Menschen sind betroffen; sie sollten nach der Einnahme von Johanniskraut auf längere Sonnenbäder verzichten und vor einem Badeurlaub rechtzeitig das Präparat absetzen.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 01. Dezember 2008

Überarbeitet: 25. August 2009

Quellen: Bäumler, S.: Heilpflanzenpraxis heute: Porträts, Rezepturen, Anwendung. Urban & Fischer, Elsevier, München 2006

Johanniskraut;Hypericum perforatum;Antidepressiv;Keimtötend;Lichtempfindlich