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Ursachen

Karies: Definition

Unter „Karies“, auch Zahnfäule genannt, versteht man die Zerstörung der Zahnhartsubstanzen, Zahnschmelz und Dentin.

Ein Zahn besteht aus unterschiedlichen Schichten. Je nachdem welche dieser Schichten betroffen ist, werden verschieden Stadien von Karies unterschieden:

 

  • Initialkaries: Bei der Initialkaries handelt es sich um Karies im Anfangsstadium – erkennbar durch weißliche Verfärbungen des Zahns. Hier sind lediglich die äußeren Schmelzbereiche betroffen. Durch intensive Pflege lässt sich in diesem Stadium das Fortschreiten der Karies oft noch verhindern.

 

  • Dentin- beziehungsweise Zahnhalskaries: Diese Art von Karies entsteht vor allem im Bereich der freiliegenden Zahnhälse. Erste Anzeichen sind kleine, schwach gelbliche Flecken auf dem Zahnhals. Sind bereits mehr als zwei Drittel des Zahns befallen, spricht man von einer Karies profunda (tiefe Zahnfäule). In diesem Stadium ist bereits ein schwarzes Loch im Zahn erkennbar und der Betroffene leidet häufig unter Schmerzen. Hier hilft nur noch die professionelle Sanierung des Zahns durch einen Zahnarzt. Hat die Karies das Dentin bereits vollständig durchdrungen, ist von Karies penetrans (durchdringende Zahnfäulnis) die Rede. Hier ist das Loch meist schon so tief, dass es die Zahnhöhle erreicht hat, in der sich der Nerv befindet. Im Endstadium der Erkrankung fällt der beschädigte Zahn aus.

 

Ursachen

Bei der Entstehung von Karies spielen viele Faktoren eine Rolle. Mangelhafte Zahnpflege, falsche Ernährung, die Anfälligkeit des Zahns und Zeit.


Die Löcher in den Zähnen entstehen durch eine Art Säure, die durch Bakterien, den sogenannte Streptokokkus mutans produziert wird. Diese Säuren lösen Calciumphosphat und andere Mineralien aus dem Zahnschmelz heraus und machen den Zahn brüchig.

 

Besonders gern ernähren sich die Bakterien von Kohlenhydraten, die sich vor allem in Süßigkeiten, aber auch in Nudeln, Kartoffeln oder Brot befinden. Aus den Kohlenhydraten bilden die Bakterien unlösliche Verbindungen, die sich auf der Zahnoberfläche ablagern, die sogenannte Plaque. Diese Plaque ist die Ursache für Karies und Parodontose. Besonders gefährdet sind Zähne mit Rillen oder Vertiefungen, da sich hier die Bakterien besonders gut vermehren.

 

 

Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann

Datum: 16.Juni 2009

Symptome

Karies: Symptome

Die Symptome sind abhängig vom Stadium der Erkrankung. Bei der Initialkaries verspürt man häufig noch keine Schmerzen. Sie ist als kreidige Verfärbung, dem so genannten „white spot“ erkennbar.

 

Bei der Dentinkaries ist bereits ein dunkles Loch im Zahn vorhanden. Gelegentlich können dumpfe pochende oder schnell einschießende Schmerzen auftreten. Letztere vor allem dann, wenn der Zahn mit kalten oder heißen Nahrungsmitteln in Berührung kommt.

 

Hat die Karies die Zahnhöhle (Karies penetrans) erreicht, nimmt der Schmerz zuerst immer mehr zu. Haben die Bakterien den Nerv, der die Schmerzempfindung zum Gehirn sendet zerstört, hört der Schmerz plötzlich auf.

Vorsicht: Wenn die Kariesbakterien ins Blut gelangen, kann es zu einer Blutvergiftung kommen.

 

 

Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann

Datum: 16.Juni 2009

Diagnose

Karies: Diagnose

Die Diagnose von Karies erfolgt sowohl über eine visuelle Kontrolle als auch mittels verschiedener Hilfsmittel. Im fortgeschrittenerem Stadium ist Karies häufig schon anhand dunkler Stellen oder Verfärbungen auf den Zähnen erkennbar. Ganz anders verhält es sich dagegen bei Karies im Anfangsstadium beziehungsweise bei tiefer liegender Karies. Sie ist auch für Zahnärzte mit dem bloßen Auge kaum sichtbar.

 

 

  • Klinische Untersuchung: Bei der traditionellen Methode, prüft der Arzt mit dem Spiegel und einer speziellen Sonde die Härte der Zahnoberfläche. Auf diese Weise, lässt sich Karies jedoch nur bedingt diagnostizieren. Meist wird sie erst erkannt, wenn die Schmelzoberfläche Veränderungen aufweist oder bei der manuellen Abtastung einbricht.

 

  • Radiologische Untersuchung: Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen werden vor allem nicht tastbare oder einsehbare Bereiche, wie beispielsweise enge Zahnzwischenräume, auf Karies kontrolliert. So lässt sich auch Zahnzwischenraumkaries frühzeitig diagnostizieren.

 

  • Laseroptische Untersuchung: Der Laser ermöglicht dem Zahnarzt, schon kleinste Veränderungen des Zahnes zu erkennen. Durch die Bestrahlung des Zahns mit Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge, fluoresziert dieser. Kariöse Stellen werden dadurch sichtbar, dass sie anders fluoreszieren als der gesunde Zahn. Dadurch ist es möglich, auch bei oberflächlich gesund aussehenden Zähnen, die versteckte und oft unsichtbare Karies aufzuspüren.

 

 

Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann

Datum: 16.Juni 2009

Behandlung

Karies: Behandlung

Die Behandlung von Karies richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Ist nur der Zahnschmelz angegriffen kann der Zahn durch Mineralstoffe, insbesondere durch die Zufuhr von Fluorid gerettet werden. Fluorid kann dem Zahn sowohl über die Nahrung (z.B. fluorhaltiges Speisesalz), als auch über die Zahnpasta zugeführt werden. Das Fluorid fördert den Einbau von Mineralstoffen in den Zahnschmelz und erhöht so dessen Widerstandskraft. Ferner wird die Ansiedlung von Karies verursachenden Bakterien auf der Zahnoberfläche behindert.

 

Bei der  Dentinkaries entfernt der Arzt die befallene Stelle mit einem Bohrer. Das entstandene Loch, wird anschließend mit einer speziellen Füllung (Kunststofffüllungen, Keramik, Gold etc.) verschlossen. Sind die schadhaften Stellen sehr klein, werden oft schmerzarme Laserbohrer eingesetzt.  

 

Wurde der Nerv durch die Karies bereits geschädigt, muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. Dabei wird der Zahn bis zur Wurzel aufgebohrt und der Nerv entfernt. Wurde der Nerv gezogen, kann der Zahn auch keinen Schmerz mehr empfinden. Kann der Zahn nicht mehr erhalten werden, muss er gezogen werden. Die Lücke wird später durch ein Zahnimplantat oder eine Brücke geschlossen.

 

 

Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann

Datum: 16.Juni 2009

Vorbeugung

Karies: Vorbeugung

Die beste Kariesprävention ist eine gute Zahnhygiene. Regelmäßiges Zähneputzen ist daher unumgänglich. Wichtig dabei ist die richtige Putztechnik – lassen Sie sich diese von Ihrem Zahnarzt oder einer Zahnarzthelferin erklären. Putzen Sie mindestens zweimal pro Tag für drei Minuten – am besten nach den Mahlzeiten. 

 

Die Zahnzwischenräume, wo die Zahnbürste nicht hinkommt, werden mit Zahnseide gereinigt. Zudem sollte ein Zahnarzt die Zähne zweimal im Jahr kontrollieren, so kann Karies bereits im Anfangsstadium entdeckt und behandelt werden. Das kann Ihnen nicht nur Schmerzen ersparen, sondern auch langwierige und teure Behandlungen. Haben Sie Schmerzen oder bereits ein Loch im Zahn entdeckt, warten Sie nicht lange, sondern suchen Sie direkt einen Zahnarzt auf.   

Achten Sie beim Kauf auf die richtige Zahnbürste. Am besten geeignet sind Kurzkopfbürsten, damit lassen sich auch die hinteren Backenzähne gut erreichen. Verwenden Sie mittelharte Bürsten mit abgerundeten Kunststoffborsten und ersetzen Sie Ihre alte Zahnbürste spätestens nach drei Monaten durch eine neue. Für ein noch besseres Putzergebnis sorgen elektrische Zahnbürsten. Sie sind nicht nur für Kinder gut geeignet, sondern vereinfachen durch die schnellen Bewegungen der Bürste auch das Putzen.

 

Nicht zu unterschätzen ist die Rolle von Zahnpasta. Sie verleiht nicht nur frischen Atem, sondern verringert auch die Neubildung von Karies. Daher nach dem Putzen die Zahncreme nur mit wenig Wasser ausspülen, da so die Schutzwirkung des Fluorids länger erhalten bleibt.

Zudem empfiehlt sich einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung. Dabei wird unter anderem bereits entstandene Plaques entfernt und die Zahnoberfläche so glatt geputzt, dass sich schlechter Plaques festsetzten können.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Dr. Liane Vorwerk-Gundermann

Datum: 16.Juni 2009

Quellen: Hellwege,  K.-D.: Die Praxis der professionellen Zahnreinigung und Ultraschall-scaling, Thieme, Stuttgart 2007

Lehmann, K.M.; Hellwig, E.; Wenz, H.-J.: Zahnärztliche Propädeutik. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2008

Heidemann, D.: Praxis der Zahnheilkunde. Kariologie und Füllungstherapie, Elsevier, München 2005

Hellwege, K.-D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe: Ein Leitfaden für die Individualprophylaxe, Gruppenprophylaxe und initiale Parodontaltherapie, Thieme, Stuttgart 2003

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