Definition
Schwangerschaftsvorsorge: Definition
Die Mutterschaftsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen definieren den Umfang und die Abstände der Vorsorge-Untersuchungen. Die Schwangerschaftsvorsorge ist dafür vorgesehen, durch regelmäßige Untersuchungen während der Schwangerschaft:
- die Mutter und die Entwicklung des Kindes zu beobachten
- den Gesundheitszustand beider zu kontrollieren
- die Mutter zu beraten und informieren
- diese Daten im Mutterpass festzuhalten.
Insgesamt sind zehn bis zwölf Vorsorge-Untersuchungen während einer Schwangerschaft vorgesehen. Die erste Vorsorge-Untersuchung ist diejenige, in der die Schwangerschaft festgestellt wird, meistens in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche. Die darauf folgenden Untersuchungsabstände hängen von den medizinischen Notwendigkeiten ab.
Üblicherweise wird bis zur 28. oder 32. Schwangerschaftswoche im Abstand von vier Wochen eine Vorsorge-Untersuchung durchgeführt, ab der 32. Woche wird alle zwei Wochen und ab der 36.Schwangerschaftswoche wöchentlich untersucht. Die Kosten für die Schwangerschaftsvorsorge trägt die Krankenkasse.
Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juni 2008
Durchführung
Schwangerschaftsvorsorge: Durchführung
Durch die geregelten Vorsorge-Untersuchungen sollen Risiken so früh wie möglich erkannt werden.Deshalb wird bei jeder Schwangerschaftsvorsorge der Blutdruck gemessen, Urin untersucht, der Höhenstand der Gebärmutter ertastet und das Gewicht der Mutter festgestellt. Das Kind wird in seiner Größe, Lage und seinen Herztönen kontrolliert.
Des Weiteren sind drei Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen:
- in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche (Prüfung, ob der Embryo in der Gebärmutter eingenistet ist)
- in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche (anatomische Entwicklung des Fötus, Fruchtwassermengen-Messung)
- in der 29. bis 30. Schwangerschaftswoche (anatomische Entwicklung des Fötus, Fruchtwassermengen-Messung)
In der ersten Schwangerschaftsvorsorge-Untersuchung werden außerdem die Blutgruppe und der Rhesusfaktor festgestellt, das Blut nach bestehenden Infektionen untersucht und ein Röteltest durchgeführt. In Verdachtsfällen werden Untersuchungen auf HIV, Toxoplasmose oder Hepatitis-Erkrankungen gemacht.
Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juni 2008
Anwendung
Schwangerschaftsvorsorge: Anwendung
Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft werden die beschriebenen Vorsorge-Untersuchungen durchgeführt. Bei Auffälligkeiten und in Risikofällen können weitere Untersuchungen im Rahmen der pränatalen Diagnostik gemacht werden, wie zum Beispiel eine:
- Fruchtwasser-Untersuchung (Amniozentese)
- Probenentnahme aus dem Mutterkuchen (Plazentabiopsie)
- Probenentnahme aus einem bestimmten Gewebe der Plazenta (Chorionzottenbiopsie).
Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juni 2008
Risiken
Schwangerschaftsvorsorge: Risiken
Bei den standardisierten Vorsorge-Untersuchungen treten so gut wie keine Risiken oder Komplikationen auf. Die Schwangerschaftsvorsorge ist gerade dazu da, Risiken und Komplikationen in der Schwangerschaft zu erkennen.
Die weiterführenden Untersuchungen, die beim Verdacht auf Erkrankungen oder Erbfehler durchgeführt werden, wie die Amniozentese, die Plazenta- und die Chorionzottenbiopsie, bergen jedoch gewisse Risiken. So kann es bei den Biopsien zu Blutungen kommen und bei allen Eingriffen besteht die Gefahr einer Fehlgeburt (etwa ein Prozent).
Weitere informationen
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juni 2008
Quellen: Berufsverband der Frauenärzte e.V. und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., (Stand:04/2008)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,(Stand:05/2008)
Deans, A.: Die Schwangerschaftsbibel. Südwest Verlag, München 2007
