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Ursachen

Schlafprobleme: Ursachen

Die möglichen Ursachen von Schlafproblemen sind vielfältig. Faktoren, die zu Schlafproblemen führen können, sind:

 

  • Stress (beispielsweise in der Familie oder bei der Arbeit)
  • Emotional belastende Aktivitäten vor dem Schlafengehen
  • Verstärkte geistige Aktivität vor dem Schlafengehen
  • Ein gestörter Tagesrhythmus durch Schichtarbeit oder Fernflüge
  • Eine ungünstige Schlafumgebung (ein sehr heller oder von Lärm betroffener Raum)
  • Arzneimittel oder übermäßiger Alkohol- oder Kaffeekonsum
  • Psychisch-neurologische Erkrankungen (z.B. Depressionen oder Angststörungen)
  • Organische Erkrankungen (z.B. Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Restless Legs Syndrom oder Schlafapnoe)

 

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med.Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Symptome

Schlafprobleme: Symptome

Viele Menschen sind gelegentlich von Schlafproblemen betroffen. Es handelt sich um kein einheitliches Krankheitsbild. Grob werden vier Formen von Schlafproblemen unterschieden, die sich folgendermaßen äußern können:

 

  • Ein- und Durchschlafprobleme (Insomnie): Bei Einschlafproblemen brauchen die Betroffenen länger als eine halbe Stunde, um einzuschlafen. Durchschlafprobleme äußern sich durch nächtliches Aufwachen mit einem Zeitraum von über 30 Minuten bis man erneut einschläft.
  • Übermäßige Tagesmüdigkeit: Der Betroffene verspürt während des Tages einen starken Schlafdrang.
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus: Man schläft gut, jedoch zu falschen Zeit - die sogenannte innere Uhr ist, zum Beispiel durch Schichtarbeit, gestört.
  • Schlafgebundene Probleme (Parasomnie): Die Schlafprobleme äußern sich während des Schlafs oder beim Übergang vom Schlafen zum Wachsein. Zu den Parasomnien gehören Schlafwandeln, nächtliches Aufschrecken, unwillkürliche Zuckungen, Zähneknirschen und Alpträume.

 

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Diagnose

Schlafprobleme: Diagnose

Bei Schlafproblemen, die über mehrere Wochen oder Monate andauern, ist es ratsam, sich in einem Schlafmedizinischen Zentrum untersuchen zu lassen. Zunächst führt dort ein Schlafexperte ein ausführliches Gespräch mit dem von Schlafproblemen Betroffenen. Je nach Schlafstörungen sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich. Beispielsweise kann man ein Schlaftagebuch führen, welches der Beobachtung der Schlafprobleme dient. Unter Umständen sind neurologische Untersuchungen sinnvoll.

 

Eine umfassende Abklärung von Schlafproblemen kann im Schlaflabor mittels verschiedener Messverfahren erfolgen. In einem Schlaflabor liegt man 24 Stunden in einem Krankenhausbett und ist an verschiedene Geräte – beispielsweise an ein EEG- und EKG-Gerät - angeschlossen. Während des Schlafs wird eine Polysomnografie durchgeführt: Hierdurch lassen sich die verschiedenen Phasen des Schlafs in ihrer Dauer, Abfolge und Intensität darstellen und analysieren. Zudem können die Bewegungen der Augen, des Kiefers, der Arme und Beine sowie Hirnströme, Muskelspannung, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz aufgezeichnet werden.

 

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Behandlung

Schlafprobleme: Behandlung

Werden im Rahmen der Diagnostik von Schlafproblemen krankhafte Ursachen, zum Beispiel eine Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafens) festgestellt, müssen diese behandelt werden.

 

Bei der Behandlung von primären Schlafproblemen stehen im ersten Schritt allgemeine Maßnahmen im Vordergrund, welche die Voraussetzung für eine gute Nachtruhe schaffen sollen. Dazu gehört:

 

  • Lärmquellen auszuschalten
  • Das Zimmer abzudunkeln
  • Das Zimmer zu lüften,
  • Erst bei Müdigkeit ins Bett zu gehen
  • Nicht tagsüber zu schlafen
  • Feste Schlafzeiten - auch am Wochenende und im Urlaub - einzuhalten
  • Die letzte Mahlzeit mehrere Stunden vor dem Schlafengehen einzunehmen
  • Auf Kaffee, Tee und Alkohol vor dem Schlafengehen zu verzichten
  • Physisch und psychisch belastende Aktivitäten vor dem Schlafengehen zu vermeiden.

 

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Medikamente eingesetzt werden. Es ist ratsam, eine medikamentöse Therapie so kurz wie möglich und nur unter ärztlicher Kontrolle durchzuführen. Bei einer längeren Anwendung besteht das Risiko einer Abhängigkeit. Zudem wirken viele Medikamente bei längerem Gebrauch nicht mehr.

Wirkstoffe, die bei Schlafproblemen zum Einsatz kommen, sind unter anderem:

 

  • Brotizolam
  • Lormetazeptan
  • Temazepam
  • Zolpidem
  • Zaleplon

 

In einigen Fällen kann bei Schlafproblemen eine Psychotherapie sinnvoll sein.

 

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Prognose

Schlafprobleme: Prognose 

Fast jeder Mensch ist während seines Lebens gelegentlich von Schlafproblemen betroffen - sie sind zeitweise lästig, schränken die betroffene Person jedoch nicht im Alltag ein. Bei immer wiederkehrenden oder chronischen Schlafproblemen hingegen kann sich der Körper während des Schlafs nicht ausreichend erholen. Während des Tages ist der Betroffene in Folge dessen reizbar und müde, kann sich nicht ausreichend konzentrieren und ist nicht in der Lage, unter Stressbelastung zu arbeiten.

 

Daher ist es wichtig, die Ursache der Schlafprobleme herauszufinden. Häufig können die Schlafprobleme mit der Behebung der ursächlichen Faktoren und einer angemessenen Schlafhygiene erfolgreich behandelt werden.

Ist eine medikamentöse Therapie der Schlafprobleme erforderlich, können eine Reihe von Nebenwirkung - vor allem bei älteren Menschen - auftreten. Dazu gehören eine verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration, Muskelschwäche, unkoordinierte Bewegungen und Blutdruckabfall.

 

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Vorbeugung

Schlafprobleme: Vorbeugung

Schlafproblemen kann vorgebeugt werden, indem Risikofaktoren wie übermäßigen Kaffee- oder Alkoholgenuss sowie emotional stark belastende Situationen vermieden werden. Zudem ist eine gute Schlafhygiene für einen erholsamen Schlaf ratsam. 

 

Es empfiehlt sich, die Voraussetzungen für eine gute Nachtruhe (beispielsweise kein Lärm oder Helligkeit im Schlafzimmer) schon vor dem Auftreten von Schlafproblemen zu beachten.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Theresa Nikley, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juni 2008

Quellen: Hacke, W.; Poeck, K.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2006

Online-Information der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS): (Stand: =6/2008)

Tölle, R.; Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Heidelberg 2006

Schlafprobleme;Tagesmüdigkeit;Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus