Ursachen
Depressionen: Ursachen
Depressionen bezeichnen einen über einen längeren Zeitraum gehenden Zustand der „gedrückten“ Stimmung oder starken Niedergeschlagenheit. Sie gehören zu den sogenannten affektiven Störungen. Dies sind Störungen in der allgemeinen Stimmung; mit sowohl vermehrtem als auch gebremstem Antrieb. Neben Angststörungen sind Depressionen die häufigste psychische Erkrankung.
Depressionen können allein oder als Begleitsymptom einer anderen psychischen Erkrankung auftreten. Depressionen treten familiär gehäuft auf, weshalb eine erbliche Veranlagung vermutet wird. Außerdem sind Depressionen häufig Begleiterscheinungen körperlicher Krankheiten, zum Beispiel von Gehirnerkrankungen, Stoffwechselstörungen und hormonellen Störungen. Auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente kommen als Ursache von Depressionen infrage.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Symptome
Depressionen: Symptome
Gefühle von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sind völlig normal. Bestehen sie jedoch über einen längeren Zeitraum, mindestens zwei Wochen, spricht man von Depressionen. Sie äußern sich vorwiegend in gedrückter Stimmung, die abhängig von der Lebenssituation sein kann, aber nicht muss.
Weitere Symptome von Depressionen sind verminderte Freude, wenig Interesse, Selbstvorwürfe, häufig gemeinsam mit einem verringerten Selbstwertgefühl. Damit gehen Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und verminderte Denk- und Konzentrationsleistungen einher.
Der Grad von Depressionen ist sehr unterschiedlich und reicht von einem leichten, konstanten Gefühl der Niedergeschlagenheit bis hin zu schweren Depressionen mit Selbstmordgedanken. Depressionen verursachen häufig einen sozialen Rückzug und eine Unfähigkeit, am normalen Alltag teilzunehmen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Diagnose
Depressionen: Diagnose
Da auch körperliche Erkrankungen Depressionen auslösen beziehungsweise Depressionen Begleiterscheinungen von körperlichen Krankheiten sein können, ist zunächst eine ausführliche Besprechung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) durch den Arzt wichtig. Hierbei stellt sich auch die Frage, welche Medikamente eingenommen werden.
Wirkstoffe, die möglicherweise Depressionen verursachen können, sind Antibiotika, Antirheumatika und Schmerzmittel, Psychopharmaka, insbesondere Neuroleptika, blutdrucksenkende Mittel, Malariamedikamente sowie übermäßiger Genuss von Suchtmitteln wie Alkohol. Weiterhin empfiehlt sich eine neurologische und allgemeinmedizinische Untersuchung beim Verdacht auf Depressionen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Behandlung
Depressionen: Behandlung
Depressionen lassen sich in der Regel mit einer Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung gut behandeln, je nach Schweregrad. In besonders schweren Fällen, wenn zum Beispiel Selbstmordgefahr besteht, ist die stationäre Behandlung sinnvoll.
Antidepressiva gehören zur Standardtherapie bei Depressionen. Häufig werden Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) verordnet. Sie entfalten ihre Wirkung erst nach einigen Wochen, deshalb empfiehlt sich eine längerfristige Einnahme.
Die möglichen Nebenwirkungen von Antidepressiva, wie Schlafstörungen, allgemeine Unlust und Magen-Darm-Störungen, bessern sich nach einiger Zeit. Ein pflanzlicher Wirkstoff mit stimmungsaufhellender Wirkung ist das Johanniskraut. Auch hier tritt der volle Effekt erst nach einigen Wochen ein. Die psychotherapeutische Therapie bei Depressionen richtet sich nach dem Schweregrad und den Ursachen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Prognose
Depressionen: Prognose
Die Heilungschancen von Depressionen sind gut. Nur in seltenen Fällen dauern sie länger als ein Jahr an.
Bei leichten Depressionen besteht auch die Möglichkeit einer Spontanheilung - generell ist die Prognose bei leichteren Depressionen besser. Auch das Vorliegen einer organischen Erkrankung beeinflusst den Verlauf von Depressionen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Vorbeugung
Depressionen: Vorbeugung
Depressionen lässt sich nicht generell vorbeugen, die Einflussfaktoren können jedoch beeinflusst werden. Bei einer Neigung zu Niedergeschlagenheit und Traurigkeit sind frühzeitige Gegenmaßnahmen ratsam. Bei einer dauerhaften Verstimmung ist der Gang zum Arzt empfehlenswert.
Weitere Informationen
Online-Informationen des Deutschen Bündnis gegen Depression e.V.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Quellen: Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart, 2002
Klingelhöfer, J., Rentrop, M.: Klinikleitfaden Neurologie, Psychiatrie. Urban & Fischer, München 2003
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Depressive Episoden und Rezidivierende depressive Störungen (F32, F33), Anhaltende affektive Störungen (F34). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 028/005 (Stand: 11/2006)
