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Sport und Krebs Früher rieten Ärzte ihren Krebspatienten zur Ruhe, damit diese die Strapazen der Therapie besser verkraften. Inzwischen hat bei vielen Onkologen ein Umdenken eingesetzt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Sport tatsächlich bei Krebserkrankungen einen günstigen Einfluss hat und die Lebensqualität verbessert. Sport in der Krebsnachsorge Chemotherapie und Strahlenbehandlung sind anstrengend. Die Patienten fühlen sich danach müde und erschöpft. Untersuchungen von Blut und Pulsfrequenz haben gezeigt, dass schon normales Gehen im Schritttempo für Krebspatienten fast so anstrengend sein kann, wie ein Marathonlauf für Gesunde. 70 Prozent der Krebspatienten leiden nach der therapeutischen Behandlung unter körperlichen Leistungseinschränkungen, dem sogenannten "Fatigue-Syndrom" oder "chronische Müdigkeit". Diese wird durch Abnahme der Muskelmasse und Verlust von Lungenvolumen sowie einer Einschränkung der Herzfunktion hervorgerufen. Diese Auswirkungen lassen alltägliche Handlungen sehr schwer fallen. Doch gerade die Einschränkung körperlicher Betätigung fördert den weiteren Abbau von Muskeln und Kondition. Ein Teufelskreis, den man mit sportlicher Betätigung durchbrechen kann. Die Patienten gewinnen so ein Stück Alltagsleben und Zutrauen in die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers zurück. Und das wiederum wirkt sich positiv auf die Abwehrkräfte aus. Dem Krebs davonlaufen können wir sicher nicht, aber wir können unser Immunsystem stärken und uns dadurch einen kleinen Vorsprung sichern. Autor: Annegret Steinkamp Datum: 30. Juni 2009
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Die richtige Sportart Die bisherigen Erfahrungen mit Sport bei Krebs zeigen, dass ein moderates Ausdauertraining sehr wirksam die körperliche Leistungsfähigkeit steigern kann, auch bei Patienten mit fortgeschritteneren Krankheitsstadien. Sport hilft auch in der Nachsorge nach überstandener Krebserkrankung. Dreimal die Woche 30 bis 60 Minuten moderate körperliche Aktivität wie zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder gymnastische Übungen sind dafür schon ausreichend. Mögliche Krankheits- und Behandlungsfolgen, wie etwa Einschränkungen der Beweglichkeit, können durch gezielte Übungen und Krankengymnastik vermindert oder ganz vermieden werden. Angepasstes Bewegungstraining reduziert die Erschöpfungszustände, verbessert die Kondition und auch die Beweglichkeit, zum Beispiel des Schultergürtels nach einer Brustkrebsoperation. Sport und Immunsystem Das Immunsystem profitiert direkt vom Training. Wissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln haben herausgefunden, dass die Aktivität der sogenannten Killerzellen im Blut angeregt wird. Das sind körpereigene Abwehrzellen, die auch Tumorzellen angreifen und vernichten. Das ist eine wichtige Hilfe gegen Metastasen. Schon nach einem halben Jahr mit leichtem Ausdauertraining konnte dieser positive Effekt bei Brustkrebspatientinnen nachgewiesen werden. Kurz gesagt: Nach Ausbruch der Krankheit können sportliche Aktivitäten dem Immunsystem auf die Sprünge helfen und zur Heilung beitragen. Der richtige Zeitpunkt Mit dem Bewegungstraining sollte so früh, wie es die Krankheit zulässt, begonnen werden. Studien haben gezeigt, dass man schneller wieder fit wird, wenn man sich schon während der Therapien im Krankenhaus wieder allmählich sportlich belastet. Es ist jedoch immer Vorsicht geboten. In bestimmten Phasen sollte man lieber keinen Sport treiben oder vorsichtshalber den behandelnden Arzt fragen:
| • | Während der Bestrahlung den Sport reduzieren oder gar keinen Sport machen. | | • | Man darf während einer Antibiotikabehandlung keinen Sport treiben, weil dadurch das Immunsystem drastisch geschwächt wird und die Infektionsgefahr durch andere Erreger gegeben ist. | | • | Man sollte auch keinen Sport machen, wenn man Fieber hat oder wenn sich Infekte ankündigen. Man soll sich natürlich nicht von jedem Schnupfen abschrecken lassen, aber wenn die Temperatur ansteigt, ist Vorsicht geboten. | Autor: Annegret Steinkamp Datum: 30. Juni 2009
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Das Projekt „Sport und Krebs“ Das Projekt „Sport und Krebs“ will durch Sportangebote und Leistungschecks den Krebspatienten zu verbesserter Lebensqualität und besserer Therapieverträglichkeit verhelfen. Dazu werden für Krebspatienten individuelle Trainingsempfehlungen erstellt, so dass die körperliche Belastung genau an die Leistungsfähigkeit des Einzelnen angepasst werden kann. Das Projekt will Krebspatienten Ausdauersportarten wie Walking, Jogging, Radfahren und Rudern nahe bringen. Entwickelt wurde dieses Programm von der Chefärztin der Klinik für Onkologie und Hämatologie am Frankfurter Krankenhaus Nordwest, Prof. Dr. med. Elke Jäger, in Zusammenarbeit mit den Instituten für Sportmedizin der Universitäten Frankfurt und Mainz. Zur Finanzierung dieses Sportprogramms wurde 2005 die Aktion "Rudern gegen Krebs" ins Leben gerufen. Ziel der inzwischen bundesweiten jährlichen Regatten ist es, Spenden einzuwerben, um möglichst vielen Krebspatienten die Teilnahme an diesem erfolgreichen Therapiebegleitenden Projekt zu ermöglichen. Krankheitsverlauf, Therapieverträglichkeit und die Lebensqualität werden für die meisten Patienten durch moderates Ausdauertraining im Rahmen des Programms "Sport und Krebs" spürbar positiv beeinflusst. Autor: Annegret Steinkamp Datum: 30. Juni 2009 Aktion „Rudern gegen Krebs“ Internet: www.rudern-gegen-krebs.de Prof. Dr. med. E. Jäger, II. Medizinische Klinik / Onkologie Krankenhaus - Nordwest Steinbacher Hohl 2-26, 60 488 Frankfurt/Main Tel.: 0 69-76 01 33 40, Fax: 0 69-76 99 32 Homepage: http://onkologie-rheinmain.de
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Sport als Krebsprävention Regelmäßige körperliche Aktivität soll einigen Krebsarten vorbeugen. Das gilt vor allem für Dick- und Enddarmkrebs oder Brustkrebs, auch bei Prostatakrebs konnte ein schützender Effekt festgestellt werden; bei weiteren Tumorarten besteht ebenfalls ein Zusammenhang, wenn auch weniger ausgeprägt. Weitere Informationen Die Broschüre "Bewegung bei Krebs" enthält einen ausführlichen Anhang mit Adressen, unter anderem der Landessportbünde und der Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes. Die Broschüre „Bewegung und Sport bei Krebs - die blauen Ratgeber 48“ kann kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe angefordert oder im Internet als pdf-Datei heruntergeladen werden. Autor: Annegret Steinkamp Datum: 15. Januar 2009 Überarbeitet: 30. Juni 2009 Quelle: Deutsche Krebshilfe: Broschüre "Bewegung und Sport bei Krebs" Herweg, Chr.; Baumann, F.T.; Schüle, K.: Bewegungstherapie und Sport bei Krebs: Leitfaden für die Praxis. F.T. BAumann / K. Schüle (Hrsg.). Deutscher Ärzteverlag, Köln 2008
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Sport und Krebs;Sport;Prävention;Krebsnachsorge;chronische Müdigkeit;Sportarten;Immunsystem;Rudern gegen Krebs |
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