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Kinderwunsch nach Krebs Männer und Frauen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind, müssen nicht grundsätzlich auf eigene Kinder verzichten. Nach einer Krebsdiagnose stellen sich jedoch viele Betroffene die Frage, ob sie sich den Wunsch nach einem Kind nach der Behandlung noch erfüllen können.
Eine Krebsbehandlung hinterlässt Spuren: Durch die Krebstherapie (wie etwa die Chemo- oder Strahlentherapie) und die Einnahme von Medikamenten wurde der Körper geschwächt und möglicherweise auch gesunde Zellen angegriffen. Je nach Verlauf der Erkrankung musste gegebenenfalls auch ein Organ oder Gewebe entfernt werden. Ebenso können auch Organe oder Zellen, die für eine Schwangerschaft gebraucht werden, in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Auch beim Mann kann die Fähigkeit Kinder zu zeugen, durch die zurück liegende Behandlung erschwert werden. In der Regel wird empfohlen nach Abschluss der Behandlung zwei Jahre mit einer Schwangerschaft zu warten, da zuvor das Rückfallrisiko noch zu hoch ist. Autor: Viola Booth Datum: 10. Juli 2009
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zur nächsten Seite (Therapieauswirkungen)
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Auswirkungen der Behandlungen Operationen, Chemo- und Strahlentherapie können Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit oder die Zeugungsfähigkeit haben. Bei der Chemotherapie besteht die Gefahr, dass auch gesunde Zellen zerstört werden (zum Beispiel Schleimhautzellen). Ei- und Samenzellen können von bestimmten Chemotherapeutika angegriffen werden. Dies hängt unter anderem von der Höhe der Dosierung ab. Bei der Strahlentherapie ist es wichtig, genau die Menge der Strahlendosis herauszufinden, die zwar die Krebszellen schädigt aber sich nicht auf umliegendes Gewebe auswirkt. Bei einer Bestrahlung des Beckens oder des Bauches besteht die Möglichkeit, dass die Bestrahlung auch die Eierstöcke oder die Hoden erfasst. Dies kann zu einer Schädigung der Ei- oder Samenzellen führen. In Fällen von Krebserkrankungen, die nicht nur ein einzelnes Organ, sondern den ganzen Körper betreffen (zum Beispiel bei Leukämie) ist eine Stammzellentransplantation (Übertragung von Knochenmark) nötig. Vor dieser Transplantation ist allerdings eine Chemo- oder Strahlentherapie notwendig, um eine deutliche Besserung der Erkrankung zu erzielen. Diese Therapien sind sehr stark und können Eierstöcke und Hoden dauerhaft schädigen. Bei Frauen
| • | Chemotherapie: Hier hängen die Auswirkungen von drei wesentlichen Faktoren ab: Alter (je älter die Frau ist, desto größer ist die Gefahr einer Unfruchtbarkeit), Art des Medikamentes und Höhe der Dosierung. | | • | Strahlentherapie: Das Risiko einer Unfruchtbarkeit ist umso größer, desto weniger Eizellen in den Eierstöcken vorhanden sind (bei jüngeren Frauen stehen die Chancen oft besser, da noch mehr Eizellen vorhanden sind). Auch die Strahlendosis spielt eine Rolle. | | • | Operationen: Muss bei einer Operation ein Eierstock entfernt werden, kann die Frau noch schwanger werden. Bei der Entfernung von beiden Eierstöcken ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. Ist die Funktion der Eierstöcke gestört, können die fehlenden Hormone durch Medikamente ergänzt werden. | Bei Männern
| • | Chemotherapie: Die Samenzellen werden bei einer Chemotherapie besonders stark angegriffen und somit die Spermienproduktion einschränkt. Die Auswirkungen auf eine dauerhafte Zeugungsunfähigkeit hängt, wie bei den Frauen, auch von der Dosierung ab. Es müssen noch einige Samenzellen vorhanden sein, damit sich die Spermienproduktion wieder regeneriert. | | • | Strahlentherapie: Wie stark die Samenzellen gestört werden hängt sowohl von der Strahlendosis als auch von der Anzahl der Bestrahlungen ab. | | • | Operationen: Wird bei Hodenkrebs nur ein Hoden entfernt, kann der verbleibende die Funktion des fehlenden Hodens kompensieren und eine normale Spermienbildung gewährleisten. Müssen beide Hoden entfernt werden, ist der Mann nicht mehr zeugungsfähig. Problematisch können außerdem Operationen sein, bei denen die Nerven verletzt werden, die für den Samenerguss notwendig sind. | Autor: Viola Booth Datum: 10. Juli 2009
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zur nächsten Seite (Vorbeugende Maßnahmen)
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Maßnahmen zur Vorbeugung Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, sollte man sich vor dem Beginn der Behandlung Gedanken über vorbeugende Maßnahmen machen. Wichtig ist ein klärendes Gespräch mit dem Arzt darüber, ob die Behandlung Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat und welche Maßnahmen in Frage kommen. Folgende Maßnahmen können getroffen werden:
| • | Einfrieren von Eizellen: Lässt man unbefruchtete Eizellen einfrieren, besteht die Möglichkeit, dass diese später künstlich befruchtet werden. Das Einfrieren befruchteter Zellen bietet eine größere Chance, dass eine Schwangerschaft entsteht. Die Lagerung erfolgt in flüssigem Stickstoff. Bevor die Eizellen entnommen und eingefroren werden können, ist eine kurze Hormontherapie nötig. |
| • | Einfrieren von Eierstockgewebe: Muss eine Behandlung sofort beginnen und es ist keine Zeit mehr für die Hormonbehandlung kann man Eierstockgewebe, in dem sich unreife Eizellen befinden, entnehmen lassen. Das Gewebe kann später wieder verpflanzt werden. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, mit dieser Methode schwanger zu werden, lässt sich noch nicht genau vorhersagen. |
| • | Gabe von Anti-Hormonen: Die Gabe von bestimmten Hormonen kann zu einer Ruhepause für die Eierstöcke führen. Die Eizellen reifen nicht heran und werden so auch nicht von der Chemotherapie betroffen. |
| • | Verlegung der Eierstöcke: Vor einer Bestrahlung des Beckens besteht für einige Patientinnen mit Kinderwunsch die Möglichkeit, die Eierstöcke durch einen Eingriff aus dem Bestrahlungsfeld zu verlegen. Dies kann später rückgängig gemacht werden. Allerdings kann es sein, dass die Eileiter bei dieser Operation durchtrennt werden müssen. Dann ist nur noch eine künstliche Befruchtung möglich. |
| • | Einfrieren von Spermien: Vor Beginn der Behandlung ist es, auch kurzfristig, noch möglich Sperma einfrieren zu lassen. Später ist dann eine künstliche Befruchtung der Partnerin mit dem eingefrorenen Sperma denkbar. |
| • | Einfrieren von Hodengewebe: Ist es nicht mehr möglich einen Samenerguss zu bekommen, kann Hodengewebe mit befruchtungsfähigen Spermien entnommen werden. |
Weitere Informationen Autor: Viola Booth Datum: 10. Juli 2009 Quellen: Deutsche Krebshilfe e.V.: Kinderwunsch nach Krebs. Die blauen Ratgeber, Heft 49, Bonn 2007 Thaler, C.; Kindler-Doleschel, S.: Ich will schwanger werden. Econ, Berlin 2005 Deutsches Krebsforschungszentrum, Stamatiadis-Smidt, H.; Zur Hausen, H.; Wiestler, O.; Gebest, H.: Thema Krebs. Umfassend informiert sein, Hintergründe verstehen, Antworten auf ihre Fragen. Springer, Heidelberg 2006
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Krebs;Kinderwunsch;Baby;Fruchtbarkeit;Unfruchtbarkeit |
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