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Bandscheibenvorfall: Ursachen Die Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus) und einem außen liegenden Faserring (Anulus fibrosus). Beim Bandscheibenvorfall (Prolaps) tritt aufgrund des brüchig gewordenen Faserrings Bandscheibengewebe aus dem Gallertkern der Bandscheibe aus. Mögliche Ursachen für einen Bandscheibenvorfall sind andauernde Fehlbelastungen, zum Beispiel durch schweres Heben in ungünstiger Haltung, aber auch häufiges langes Sitzen auf ungeeigneten Sitzmöbeln wie Autositzen. Seltener kommen Verletzungen oder Unfälle, bei denen der Bereich der Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen wird, als Ursache infrage. Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Bandscheibenvorfall: Symptome Das hervorgetretene Bandscheibengewebe drückt auf den Spiralnerv oder das Rückenmark und löst dadurch Schmerzen und Nervenstörungen aus. In seltenen Fällen hat der Betroffene keine Schmerzen. Der Bandscheibenvorfall tritt am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf (lumbaler Bandscheibenvorfall) und äußert sich vor allem durch einen akuten Schmerz, der bis ins Bein, seltener bis in die Zehen ausstrahlt. Ein Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulen-Bereich äußert sich durch Nackenschmerzen, die bis in die Schulterregion reichen können. Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Bandscheibenvorfall: Diagnose Nach einem ausführlichen Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) folgt eine neurologische Untersuchung, bei der Reflexe, Beweglichkeit und Sensibilität, eventuell auch die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden. Anhand der Untersuchungsergebnisse werden Ort, Schwere und eventuelle Durchblutungsstörungen bestimmt. Ein Bandscheibenvorfall kann bereits auf einem Röntgenbild erkennbar sein. Dreidimensionale Bilder der betroffenen Bereiche erhält man durch eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Bandscheibenvorfall: Behandlung Nach einer individuellen Beratung und je nach Schwere der Symptome wird gemeinsam mit dem Arzt ein Behandlungsplan erstellt. Die konservative (nicht-operative) Therapie des Bandscheibenvorfalls beinhaltet eine etwa vierwöchige Bettruhe mit Stufenbettlagerung. Dabei liegen die Beine in einem 90 Grad-Winkel zu Hüft- und Kniegelenk. Dies vermindert die Krümmung der Lendenwirbelsäule und entspannt gleichzeitig die verspannte Muskulatur, wodurch sich die Schmerzen bessern. Zusätzlich werden Medikamente in Tablettenform oder als Infusion verabreicht. Hierfür eignen sich entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente wie die sog. NSAR (z.B. Ibuprofen und Acetylsalicylsäure) sowie Antirheumatika. Muskelrelaxantien entspannen die verkrampfte Muskulatur und können so ebenfalls die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall lindern. Es ist ratsam, die Behandlung durch eine Physiotherapie zu ergänzen. Besonderes Augenmerk liegt auf einer Kräftigung der Rückenmuskulatur und auf Dehnübungen. Massagen unterstützen die Effekte. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsnormalisierung ratsam. Bei akuten Bandscheibenvorfällen, die durch deutliche Lähmungserscheinungen, Blasen- und Darmstörungen oder anderweitige starke Einschränkungen und Beschwerden gekennzeichnet sind, empfehlen sich operative Verfahren. Die Diskotomie (Bandscheibenoperation) ist das klassische Operationsverfahren bei einem Bandscheibenvorfall. Der ausgetretene Gallertkern, der auf die Nerven drückt, wird dabei operativ entfernt. Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Neben dem Narkose-Risiko besteht die Möglichkeit einer Narbenwucherung, die wiederum Schmerzen auslöst und eine neue Operation erforderlich macht. Die Mikrodiskotomie verringert diese Risiken, weil die Operation hier nur über kleine Zugänge durchgeführt wird. Sie lässt sich ambulant und unter lokaler Betäubung durchführen. Das bekannteste Verfahren ist die Chemonukleolyse, bei der Enzyme in die Bandscheibe gespritzt werden. Dadurch verflüssigt sich das Gewebe und kann abgesaugt werden. Die Perkutanautomatisierte Nukleotomie funktioniert ähnlich wie die Chemonukleolyse, allerdings wird das Gewebe nicht verflüssigt, sondern mechanisch durch Fasszangen entfernt. Die Lasertherapie eignet sich vor allem für unkomplizierte Bandscheibenvorfälle. Mittels einer Lasersonde wird das Bandscheibengewebe verdampft. Das Risiko für Komplikationen ist bei Mikrodiskotomie-Verfahren vergleichsweise gering. Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Bandscheibenvorfall: Prognose Die Prognose eines Bandscheibenvorfalls hängt vom Schweregrad und der neurologischen Schädigung ab. Eine positive Lebenseinstellung und eine gesunde Lebensweise sind ebenfalls hilfreich für den Verlauf. Die meisten Bandscheibenvorfälle können ohne Operation behandelt werden. Eine intensive Nachbehandlung mit ausreichend Bewegung verbessert die Prognose. Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008
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Bandscheibenvorfall: Vorbeugung Es ist ratsam, alle die Bandscheibe ungünstig belastenden Tätigkeiten zu vermeiden. Das Erlernen richtiger Techniken, beispielsweise für das Heben schwerer Gegenstände, ist sinnvoll, um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Weitere Informationen www.bandscheibenvorfall.de Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz Datum: 01. April 2008 Quellen: Dobos, G., Deuse U., Michaelsen, A. (Hrsg.): Chronische Erkrankungen integrativ. Konventionelle und komplementäre Therapie. URBAN & FISCHER Bei Elsevier, München 2006 Frank, U. G.: Neurologie und Psychiatrie. URBAN & FISCHER Bei Elsevier, München 2004 Lahme, A., Klein-Vogelbach, S., Spirgi-Gantert, I.: Berufsbedingte Erkrankungen bei Musikern. Springer, Berlin 2000 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie (BVO): Bandscheibenbedingte Ischialgie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 033/022 (Stand: 04/2002)
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Wirbelsäule;Rückenschmerzen;Bandscheibe;Discusprolaps;Nukleotomie |
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