Ursachen
Schlaganfall: Ursachen
Bei einem Schlaganfall (medizinisch Apoplex oder Hirninfarkt) wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Ursache ist meist ein Blutgerinnsel (Thrombose), das die Gehirndurchblutung unterbricht (Ischämie) oder, in etwa 20 Prozent der Fälle, eine Blutung im Gehirn. Das betroffene Hirngewebe geht zugrunde und das Gehirn wird in seiner Funktion mehr oder weniger stark geschädigt.
Der Schlaganfall ist hierzulande nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Rund 250.000 Personen erleiden jährlich einen Apoplex und jeder dritte stirbt daran. Am häufigsten bekommen Menschen im Alter zwischen 65 und 85 Jahren einen Schlaganfall, aber auch jüngere können einen Apoplex erleiden.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Symptome
Schlaganfall: Symptome
Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns geschädigt ist, kann sich ein Infarkt im Gehirn ganz unterschiedlich äußern.
Häufige und typische Zeichen eines Schlaganfalls sind:
- plötzliche Lähmung eines Arms oder Beins (Halbseitenlähmung)
- plötzliche Sprachstörung
- plötzliche Erblindung, meist eines Auges
- Sehen von Doppelbildern
- Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- plötzliche Bewusstlosigkeit
- plötzliche heftige Kopfschmerzen
- Ausfälle der sensiblen Empfindung wie Tastsinn, Temperatur- oder Schmerzempfinden
- Kreislauf- und Atemstörungen
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Diagnose
Schlaganfall: Diagnose
Wenn plötzlich Lähmungen, Sprachstörungen oder andere mögliche Zeichen eines Schlaganfalls auftreten, sollte umgehend ein Arzt beziehungsweise Notarzt gerufen werden. Vor allem, wenn diese Symptome bei alten Menschen und Menschen mit Risikofaktoren vorkommen.
Es ist wichtig, dem Arzt die Beschwerden ausführlich zu schildern. Falls der Betroffene selbst dazu nicht in der Lage ist, zum Beispiel weil er Schwierigkeiten hat, zu sprechen oder verwirrt oder bewusstlos ist, sollten andere den Arzt informieren. In der Klinik wird er gründlich körperlich und neurologisch untersucht. Der Arzt schaut nach dem Bewusstsein und ob Lähmungen oder Empfindungsstörungen vorliegen, testet die Reflexe und vieles mehr. Es wird Blut abgenommen und der Blutdruck gemessen.
Wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, werden Schnittbilder des Gehirns mithilfe einer Computertomografie (CT) oder einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) angefertigt. Eine Blutung im Gehirn lässt sich so sehr schnell diagnostizieren. Ischämische Hirninfarkte, also die Bereiche, die nicht mehr ausreichend durchblutet sind, kann man allerdings direkt nach einem Schlaganfall noch nicht sehen. Es dauert ein paar Stunden, bis sie sich in den Schichtaufnahmen darstellen lassen. Es ist deshalb wichtig, nach einem möglichen Apoplex einige Zeit in ärztlicher Betreuung zu bleiben. Unter Umständen sind weitere Untersuchungen, zum Beispiel ein EKG oder Ultraschall-Untersuchungen der Halsgefäße, sinnvoll.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Behandlung
Schlaganfall: Behandlung
Bei einem Schlaganfall spielt die Zeit, die zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Behandlung vergeht, eine wichtige Rolle. Der Betroffene muss auf schnellstem Weg ins Krankenhaus. Wenn seit Beginn der Symptome nicht länger als drei Stunden vergangen sind, versucht man im Krankenhaus, das Blutgerinnsel aufzulösen (Thrombolyse). Es wird ein Medikament verabreicht, welches das Blutgerinnsel auflöst, sodass der betroffene Bereich des Gehirns wieder durchblutet wird.
Gelingt dies rechtzeitig, kann sich das Hirngewebe wieder erholen und es bleibt kein oder nur ein geringer Schaden zurück. Bei dieser Behandlung kann es zu Blutungen kommen, weil das Blut vorübergehend die Fähigkeit verliert, zu gerinnen. Die Ärzte wägen deshalb vor der Thrombolyse genau ab, bei wem sie in Frage kommt und bei wem nicht. Liegt der Schlaganfall schon länger zurück, ist eine Thrombolyse nicht mehr sinnvoll. Die Schädigung des Gehirns ist dann unter Umständen so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Prognose
Schlaganfall: Prognose
Die Prognose eines Schlaganfalls hängt entscheidend davon ab, in welchem Ausmaß das Gehirn geschädigt wurde. Im Krankenhaus versterben bis zu 20 Prozent der Betroffenen.
Eine schnelle und effektive Therapie verbessert die Chancen, sich vollständig zu erholen, enorm. Dies ist der Fall bei etwa einem Drittel der Genesenden. Ebensoviele werden jedoch pflegebedürftig und ein weiteres Drittel hat mit erheblichen Einschränkungen im Alltag zu kämpfen.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Vorbeugung
Schlaganfall: Vorbeugung
Da der Schlaganfall meist nicht „aus dem Nichts“ kommt, sondern ihm vielmehr eine Reihe von Vorerkrankungen, Risikofaktoren und Gefäßschäden vorausgehen, ist es auch nach überstandenem Apoplex wichtig, alles zu tun, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern.
Eine gesunde Lebensführung ist die Grundlage. Man sollte auf alle Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten, sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen. Auch ist es wichtig, alle verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen.
Weitere Informationen
Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Quellen: Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2008
Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2006
Von Hintzenstern, U.: Notarztleitfaden. Urban und Fischer Bei Elsevier, München
