Ursachen
Prostatakrebs: Ursachen
Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Über 48.000 Männer erkranken jährlich an einem Prostatakarzinom. Die Prostata (Vorsteherdrüse) gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen und bildet einen Teil der Samenflüssigkeit. Die Ursachen von Prostatakrebs sind nicht vollständig geklärt, es gibt jedoch einige Risikofaktoren:
- Familiäre Häufung (erhöhtes Risiko, wenn Vater und/oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind)
- Alter über 50 Jahre (das Risiko von Prostatakrebs steigt mit dem Alter an)
- Testosteron (männliches Geschlechtshormon)
- Ernährung (fettreiche und faserarme Kost)
Nicht erhöht ist das Risiko für Prostatakrebs, wenn der Mann an einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) leidet.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Symptome
Prostatakrebs: Symptome
Prostatakrebs bereitet in frühen Stadien meist keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor größer und weiter fortgeschritten ist, kann es sowohl zu spezifischen als auch unspezifischen Symptomen kommen, wie zum Beispiel:
- Probleme und Schmerzen beim Wasserlassen
- Blut und/oder Ejakulat im Urin
- Unterleibsschmerzen
- Rückenschmerzen
- Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Diagnose
Prostatakrebs lässt sich anhand einiger Prostata- Untersuchungen feststellen. Jeder Mann ab dem Alter von 45 Jahren kann eine jährliche Krebsvorsorge-Untersuchung auf Prostatakrebs in Anspruch nehmen. Denn früh erkannt, hat Prostatakrebs die beste Prognose.
Nach einem ausführlichen Gespräch über mögliche Beschwerden, Vorerkrankungen und so weiter, führt der Arzt eine rektale Tastuntersuchung mit dem Finger (digitale Rektaluntersuchung, DRE) durch. Hierdurch lassen sich häufig bereits kleine Prostatakarzinome ertasten.
Je nach Befund sind weitere Untersuchungen, wie Blut-Untersuchungen, ein transrektaler Ultraschall (TRUS), eine Gewebeproben-Entnahme (Biopsie) sowie bildgebende Verfahren (Röntgen-Untersuchung, Computertomografie, Magnet-Resonanz-Tomografie) notwendig. Zur Verlaufsbeurteilung von Prostatakrebs dient der PSA-Test, bei dem die Konzentration des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmt wird.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Behandlung
Die Behandlung von Prostatakrebs richtet sich nach der Art und dem Ausmaß des Tumors sowie dem Alter, dem Gesundheitszustand und den Wünschen des Erkrankten. Folgende Therapiemöglichkeiten gibt es:
- Kontrolliertes Abwarten („Wait and Watch“): Prostatakrebs wächst meist sehr langsam - in hohem Alter ist es daher manchmal sinnvoller nicht zu behandeln, sondern die Erkrankung mit regelmäßigen Untersuchungen unter Kontrolle zu halten.
- Operation: Je nachdem, wie weit der Prostatakrebs fortgeschritten ist, lässt sich der Tumor oder die komplette Vorsteherdrüse (Postatektomie) sowie gegebenenfalls weitere befallene Gewebe entfernen. Dies geschieht entweder mittels offener Operation oder „minimal invasiv“ mittels Schlüsselloch-Chirurgie. Mögliche Komplikationen der Operation sind Harninkontinenz und Impotenz, deshalb sollten Nutzen und Risiken vor dem Eingriff abgewogen werden.
- Strahlentherapie: Mittels hoch dosierter Bestrahlung versucht man, das Tumorgewebe zu zerstören. Prostatakarzinome können entweder von außen (externe Bestrahlung) oder von innen (Brachytherapie, sog. Seeds- und Afterloading-Verfahren) bestrahlt werden. Nicht alle Prostatatumoren eignen sich für eine Bestrahlung, die insgesamt jedoch schonender ist als die Operation.
- Hormontherapie: Eine Behandlung mit Hormonen (z.B. Hormonen, die das männliche Geschlechtshormon Testosteron unterdrücken, wie die sogenannte LH-RH-Analoga) werden in der Regel bei fortgeschrittenem Prostatakrebs durchgeführt, vor allem im Anschluss an eine Operation.
- Chemotherapie: Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs kommt außerdem eine Behandlung mit Zellgiften (Zytostatika) infrage. Hierbei steht jedoch weniger die Heilung des Krebses, sondern die Besserung der Beschwerden im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Arzt müssen Vor- und Nachteile der Behandlung diskutiert werden.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Prognose
Prostatakrebs wächst im Allgemeinen recht langsam und nicht sehr aggressiv. Die Prognose hängt vor allem vom Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. Insgesamt hat das Prostatakarzinom eine gute Prognose, früh erkannt die beste.
Über 80 Prozent der Männer mit Prostatakrebs sind nach fünf Jahren noch am Leben. Wenn das Prostatakarzinom schon weiter fortgeschritten ist und bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) im Körper gebildet hat, verschlechtert sich die Prognose.
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Vorbeugung
Eine spezielle Vorbeugung von Prostatakrebs gibt es nicht. Daher ist es vielmehr wichtig, den Tumor früh erkennen und behandeln zu können. Jeder Mann über 45 Jahren sollte deshalb regelmäßig die gesetzliche Krebsvorsorge in Anspruch nehmen und sich untersuchen lassen.
Darüber hinaus lässt sich mit einer gesunden, fettarmen und faserreichen Ernährung das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, senken. Vermutlich beugt auch regelmäßiger Geschlechtsverkehr Prostatakrebs vor.
Weitere Informationen
Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. April 2008
Quellen: Leitlinien der der Deutschen Gesellschaft für Urologie : PSA-Bestimmung in der Prostatakarzinomdiagnostik (Früherkennung des Prostatakarzinoms). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/036 (Stand: 03/2002)
