Ursachen
Multiple Sklerose (MS): Ursachen
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Entzündung des Zentralen Nervensystems (ZNS), die schubweise verläuft. Sie tritt bevorzugt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Als wahrscheinlich wird jedoch eine Autoimmunreaktion gesehen, die sich gegen die Myelinhüllen richtet, welche die Nervenfasern bedecken und schützen. Sind sie zerstört, liegen die Nervenfasern „frei“.
Wodurch diese Autoimmunreaktion ausgelöst wird, ist bislang unklar, in Verdacht stehen bestimmte Viruserkrankungen. Auch erbliche Faktoren und Umwelteinflüsse scheinen bei der Entstehung von Multiple Sklerose eine Rolle zu spielen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Symptome
Multiple Sklerose (MS): Symptome
Multiple Sklerose verläuft schubweise, das heißt, die Symptome treten akut auf und verringern sich nach einer gewissen Zeit, bevor sie wieder von neuem erscheinen. Frühe Anzeichen für Multiple Sklerose sind einseitige Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen und Schwäche in den Beinen.
In der Regel dauern Schübe mehrere Wochen an. Die Symptome können sich dabei verändern, hinterlassen aber mit jedem Schub dauerhafte Störungen. Dies führt zu einer zunehmenden Behinderung, die auch ohne Schübe kontinuierlich zunimmt. Insbesondere die unkontrollierbaren Muskelkontraktionen (Spasmen) sind die Folge der Multiplen Sklerose.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Diagnose
Multiple Sklerose (MS): Diagnose
Bereits in der Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) liegt besonderes Augenmerk auf Symptomen, die auf frühere, unerkannte Multiple Sklerose-Schübe hinweisen. Die möglichst genaue Rekonstruktion früherer Schübe ist auch im Hinblick auf die Behandlung der Multiplen Sklerose bedeutend.
Besteht der Verdacht auf Multiple Sklerose, eignet sich zur Diagnose eine Hirnwasser-Untersuchung (Liquorpunktion). Sie gibt Aufschluss über den Grad der Entzündung, indem Hirnwasser im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen und untersucht wird. Mittels Evozierter Potenziale lassen sich die Nerven auf ihre Leitfähigkeit hin überprüfen. An bildgebenden Verfahren kommt eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) zur Diagnose der MS infrage, die ein dreidimensionales Abbild von Entzündungsherden erzeugen.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Behandlung
Multiple Sklerose (MS): Behandlung
Die Behandlung von Multipler Sklerose konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Eine ursächliche MS-Behandlung ist nicht möglich. Dabei wird die Langzeitbehandlung von der Behandlung während der Schübe unterschieden. Parallel werden die symptomatischen Beschwerden der Multiplen Sklerose behandelt.
- Behandlung des akuten MS-Schubs: Die Schubtherapie der Multiplen Sklerose richtet ihr Augenmerk vor allem auf die Verkürzung des Schubs. Glukokortikoide (Kortison) wirken entzündungshemmend und beschleunigen den Rückgang der Symptome. Der Wirkstoff Azathioprin unterdrückt die Autoimmunreaktion und schwächt Schweregrad und Häufigkeit des Schubs. Weitere Wirkstoffe, die bei einem Schub der Multiplen Sklerose verabreicht werden können, sind Glatirameracetat und Beta-Interferon, die beide das Immunsystem unterdrücken.
- Langzeitbehandlung der Multiplen Sklerose: Das Augenmerk bei der Langzeitbehandlung von Multipler Sklerose liegt auf der Vorbeugung von neuerlichen Schüben. Bei Multipler Sklerose eignen sich dafür Wirkstoffe, die eine Autoimmunreaktion unterdrücken. Wie bei der Behandlung des akuten Schubs, sind dies vor allem die Wirkstoffe Beta-Interferon und Glatirameracetat.
- Symptomatische MS-Behandlung: Die symptomatische Behandlung bei Multipler Sklerose hängt von der Art der Beschwerden ab. Grundsätzlich steht hier aber auch der Erhalt der Körpermuskulatur und der Bewegungsfähigkeit im Mittelpunkt.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Prognose
Multiple Sklerose (MS): Prognose
Die Prognose von Multipler Sklerose hängt unter anderem von der Dauer der Schübe ab. Je länger ein Schub andauert, desto unwahrscheinlicher ist ein vollständiger Rückgang der Beschwerden.
Während die Häufigkeit der Schübe im Verlauf der Krankheit abnimmt, entwickelt sich eine sogenannte chronisch progrediente Form, die durch eine zunehmende Behinderung, insbesondere durch Spasmen, auch ohne akute Schübe, gekennzeichnet ist. Multiple Sklerose ist nicht heilbar.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Vorbeugung
Multiple Sklerose (MS): Vorbeugung
Da die genauen Ursachen von Multipler Sklerose unklar sind, gibt es keine allgemeine Vorbeugungsempfehlung. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, sportlicher Betätigung und der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss ist generell ratsam.
Weitere Informationen
Online-Informationen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft e.V.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Mai 2008
Quellen: Klingelhöfer, J., Rentrop, M.: Klinikleitfaden Neurologie, Psychiatrie. Urban & Fischer, München 2003
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/050 (Stand: 10/2004)
Mumenthaler, M., Mattle, H.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2002
