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Ursachen

Kopfschmerzen: Ursachen

Kopfschmerzen (Cephalgien) gehören zu den häufigsten Beschwerden. Es sind mehr als 165 unterschiedliche Kopfschmerz-Formen bekannt. Kopfschmerzen, die als Begleiterscheinung im Rahmen einer anderen Erkrankung auftreten, nennt man symptomatische Schmerzen. Sie sind meist harmlos und kommen zum Beispiel bei einer Erkältung oder während der Regelblutung vor. Sie können auch bei Blutdruckschwankungen und degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule auftreten. 

 

Sehr selten steckt dahinter eine sehr ernste Ursache, wie ein Schlaganfall oder ein Hirntumor. Primäre Kopfschmerzen hingegen sind ein eigenständiges Krankheitsbild. Hierzu zählen zum Beispiel die Migräne, der Spannungskopfschmerz und Cluster-Kopfschmerzen.

 

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Symptome

Kopfschmerzen: Symptome

 

  • Migräne: Die Migräne ist eine besondere Kopfschmerz-Form, die anfallsartig immer wieder auftritt und von typischen Beschwerden begleitet wird. Die Anfälle dauern zwischen vier und 72 Stunden und beeinträchtigen den Betroffenen meist erheblich. Die Schmerzen sind meist stark, pulsierend und pochend und treten im Allgemeinen nur auf einer Seite des Kopfs auf. Hinzu kommen oft Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie eine Licht- und Lärmempfindlichkeit. Dem Kopfschmerz-Anfall gehen manchmal andere Beschwerden wie Sehstörungen, Kribbelgefühle oder auch Lähmungserscheinungen voraus. Dies bezeichnet man als Aura. Die Anfälle können immer wieder auftreten und verstärken sich häufig durch ein bestimmtes Verhalten oder Umstände (z.B. Nahrungsmittel wie Nüsse, Alkohol oder durch Stress). In der Zeit zwischen den Anfällen sind die Betroffenen völlig beschwerdefrei. 

 

  • Spannungskopfschmerz: Der häufigste primäre Kopfschmerz ist der Spannungskopfschmerz. Die Schmerzen befinden sich vor allem in den Schläfen und im Hinterkopf. Manchmal tut auch der ganze Kopf weh. Die Betroffenen fühlen sich zwar oftmals etwas benommen, aber Begleitsymptome wie Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit (wie bei der Migräne) sind eher selten. Auch nehmen die Beschwerden nicht durch körperliche Anstrengung zu.

 

  • Cluster-Kopfschmerz: Ein Cluster-Kopfschmerz ist ein plötzlich auftretender, streng auf einer Seite und hinter dem Auge lokalisierter Kopfschmerz, der als unerträglich stechend, bohrend oder brennend empfunden wird. Am häufigsten haben ihn Männer mittleren Alters. Die Attacken treten zeitlich gehäuft (in Clustern) auf und dauern jeweils 15 bis 90 Minuten.

 

  • Durch Schmerzmittel verursachte Kopfschmerzen: Häufig liegt die Ursache der Kopfschmerzen in den Medikamenten, die eigentlich zu deren Behandlung gedacht sind: Die längerfristige regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann selbst zu Kopfschmerzen führen. Wer also mehrmals in der Woche Schmerzmittel nimmt, ohne diese nicht mehr auszukommen scheint und ständig unter Kopfschmerzen leidet, sollte unbedingt zum Arzt gehen.

 

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Diagnose

Kopfschmerzen: Diagnose

Ein Arzt sollte unbedingt und unverzüglich aufgesucht werden, wenn die Kopfschmerzen:

 

  • plötzlich und sehr heftig auftreten
  • von Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Lähmungen oder Gefühlsausfällen begleitet sind
  • mit hohem Fieber oder Erbrechen einhergehen

 

Auch bei Kopfschmerzen, die länger anhalten und sich durch Schmerzmittel nicht bessern, ist es ratsam, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Es ist wichtig, dem Arzt die Beschwerden detailliert zu schildern: die Art, den Ort und die Stärke der Schmerzen, seit wann sie bestehen und in welchen Situationen sie auftreten, Begleiterscheinungen und Ähnliches. Um die Ursache von immer wieder auftretenden oder lang anhaltenden Kopfschmerzen herauszufinden, sind einige Untersuchungen notwendig. Dies sind zum Beispiel:

 

 

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Behandlung

Kopfschmerzen: Behandlung

Die Behandlung von Kopfschmerzen richtet sich vor allem nach ihrer Ursache:

 

  • Bei der Migräne können bestimmte Maßnahmen (z.B. Entspannungsübungen, Stressabbau oder Ernährungsumstellung) sowie Medikamente (z.B. NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol sowie Triptane) sowohl im Anfall als auch vorbeugend helfen.
  • Entspannungsmaßnahmen stehen bei Spannungskopfschmerzen an erster Stelle, um die Beschwerden zu lindern. Kurzfristig können Schmerzmittel (z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol) helfen.
  • Cluster-Kopfschmerzen bessern sich schlagartig, wenn reiner Sauerstoff inhaliert wird.
  • Bei durch Schmerzmittel verursachten Kopfschmerzen sollte man versuchen, mehrere Wochen die Medikamente wegzulassen und zu schauen, ob die Kopfschmerzen sich bessern.

 

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Prognose

Kopfschmerzen: Prognose

Die Prognose der Kopfschmerzen richtet sich nach ihrer Form und der Behandlung. Die Migräne ist oft langwierig und die Betroffenen leiden häufig unter wiederkehrenden Migräne-Anfällen. Man kann selbst Einiges dazu beitragen, Kopfschmerzen zu vermeiden.

 

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Vorbeugung

Kopfschmerzen: Vorbeugung

Wenn eine ernste Ursache für die Beschwerden vom Arzt ausgeschlossen ist, kann man bei leichten, gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen selbst einige Maßnahmen ergreifen. Hier ein paar Tipps:

 

  • In der Apotheke gibt es frei verkäufliche Schmerzmittel (z B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol). Sie dürfen allerdings nicht regelmäßig, in zu hoher Dosierung und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. 
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin!
  • Verzichten Sie auf alle Nahrungsmittel, die bei Ihnen Kopfschmerzen auslösen!
  • Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft!
  • Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Erholung!
  • Probieren Sie es mal mit Entspannungsübungen wie Autogenem Training und Yoga!
  • Führen Sie ein Kopfschmerz-Tagebuch, in dem Sie Datum und Uhrzeit, Stärke, Charakter und Ort der Schmerzen eintragen. Dies hilft dem Arzt beim nächsten Besuch, sich ein genaues Bild über Ihre Beschwerden zu machen.

 

 

Weitere Informationen

 

Portal für Fragen rund um den Kopfschmerz

 

Forum Schmerz gibt Informationen für alle Schmerzpatienten

 

Die Schmerz-Hotline: Holen Sie sich jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800/0112 115  Rat von erfahrenen Schmerzexperten

 

Autor: Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. April 2008

Quellen: Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF); Gesellschaft für Neuropädiatrie: Leitlinie Diagnostik und Therapie bei chronischem Kopfschmerz. www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/pneur-06.htm (Stand: 03/2008)

Online-Informationen der Migräne-Liga Deutschland: www.migräneliga-deutschland.de (Stand: 03/2008)

Kopfschmerzen;Migräne;Schmerzen;einseitiger Kopfschmerz;stechender Kopfschmerz