Ursachen
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Ursachen
Bei den meisten Formen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist das Herz beziehungsweise der Herzmuskel nicht mehr in der Lage, eine für die Sauerstoffversorgung ausreichende Menge Blut durch den Körper zu pumpen (systolische Herzinsuffizienz). Weil der Herzmuskel die „treibende Kraft“ des Pumpvorgangs ist, wird dieses Defizit auch Herzmuskelschwäche genannt. Auch ein gestörtes Blutstromverhalten kann Herzschwäche auslösen. Dabei fließt nicht genügend Blut in die linke Herzkammer. Die Ursachen der Herzschwäche sind in der Regel bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel:
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Arteriosklerose
- Bluthochdruck
- Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis)
- Herzrhythmusstörungen
- Herzfehler
- Erkrankungen des Herzbeutels
- Lungenerkrankungen
- Schilddrüsenstörungen.
Als Risikofaktoren für Herzschwäche gelten darüber hinaus fortgeschrittenes Alter, Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte, übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Symptome
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Symptome
Je nachdem, welche Herzhälfte geschwächt ist, äußert sich die Herzinsuffizienz mit unterschiedlichen Symptomen:
Bei einer Linksherzschwäche kommt es zu einem Rückstau in die Lungen und vor allem zu Lungenbeschwerden; bei einer Rechtsherzschwäche staut sich das Blut in den großen Kreislauf mit typischen Beschwerden wie Wassereinlagerungen und Stauungszeichen der Bauchorgane. Häufig liegt eine kombinierte Links- und Rechtsherzinsuffizienz vor (Globalinsuffizienz).
Typische Symptome der Herzschwäche sind:
- Luftnot (Dyspnoe)
- Husten
- Zyanose (Blaufärbung der Schleimhäute durch Sauerstoffmangel)
- Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit
- Wassereinlagerungen (Ödeme), v.a. an den Knöcheln
- Venenstauung (z.B. am Hals)
- Stauungsleber
- Stauungsnieren
- Magenschleimhaut-Entzündung (Stauungsgastritis)
- Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
- Herzvergrößerung
- Evtl. Herzrhythmusstörungen
Die New York Heart Association (NYHA) teilt den Schweregrad der subjektiven Symptome bei der Herzinsuffizienz in vier Schweregrade ein:
- Grad I: keine Beschwerden
- Grad II: Beschwerden bei stärkerer Belastung
- Grad III: Beschwerden bei leichter Belastung
- Grad IV: Beschwerden im Ruhezustand
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Diagnose
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Diagnose
Einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden und eventuell vorangegangene Krankheiten, die Herzschwäche auslösen können, folgt eine körperliche Untersuchung, bei der auch Herz und Lungen abgehört werden. Vor allem diese Untersuchungen geben Aufschluss über die Funktionalität des Herzens:
- Blutdruck- und Pulsmessung
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Röntgen-Untersuchung des Brustkorbs
- Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie)
Zusätzlich kann eine weitere Diagnostik, wie eine Computertomografie (Kardio-CT) oder Magnet-Resonanz-Tomografie (kardio-MRT) des Herzens sowie eine Herzkatheter-Untersuchung sinnvoll sein, wenn die Ursache für die Herzschwäche mit den herkömmlichen Verfahren nicht herausgefiltert werden kann.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Behandlung
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Behandlung
Zunächst gilt es, die Grunderkrankung der Herzschwäche zu behandeln. Da die Hauptursache der Herzinsuffizienz eine nicht ausreichende Sauerstoffzufuhr des Herzens durch verengte oder verstopfte Herzkrankgefäße (Koronare Herzkrankheit) ist, empfehlen sich Medikamente, die den Blutzufluss zum Herzen erhöhen. Auch Wirkstoffe, die den Sauerstoffbedarf des Herzens herabsenken, sowie blutverdünnende Mittel eignen sich zur Therapie.
Medikamente, die bei einer Herzschwäche zum Einsatz kommen, sind:
- ACE-Hemmer
- Betablocker
- Diuretika (entwässernde Medikamente)
- Aldosteron-Antagonisten
- Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten
- Herzglykoside (Digitalis)
- Nitrate (Nitroglyzerin)
Darüber hinaus kommen bei schwerer Herzschwäche operative Eingriffe infrage, zum Beispiel die Koronarangioplastie (PTCA, Einsetzen eines Gefäß-Stents) oder eine Bypass-Operation. Wenn die Herzschlaggeschwindigkeit oder der Rhythmus des Herzschlags gestört ist, kann ein Herzschrittmacher zur Stimulation des Herzmuskels sinnvoll sein.
Weiterhin gilt es, die Risikofaktoren der Herzschwäche zu minimieren. Die Normalisierung des Körpergewichts und eine fett- und salzreduzierte Ernährung tragen auch dazu bei, Cholesterinwerte und Blutdruck zu senken. Übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss verstärken die Herzinsuffizienz und sollten vermieden werden.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Prognose
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Prognose
Je früher die Herzschwäche diagnostiziert und behandelt wird und je früher sie auftritt, desto günstiger ist die Prognose. Da die Lebensweise maßgeblichen Einfluss auf die Heilungschancen hat, ist es ratsam, sich „herzgesund“ zu verhalten.
Außerdem ist es wichtig, alle Herzmedikamente wie verordnet einzunehmen. Herzrhythmusstörungen sind nicht nur eine Ursache für Herzschwäche, sie können auch als deren Folgeerkrankung auftreten.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Vorbeugung
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Vorbeugung
Um Herzschwäche vorzubeugen, ist es sinnvoll, die Risikofaktoren zu reduzieren. Auch der häufigsten ursächlichen Erkrankung, der Koronaren Herzkrankheit, lässt sich so vorbeugen. Hierzu zählen insbesondere:
- Nicht-Rauchen bzw. das Rauchen aufgeben
- Ausreichend Bewegung
- Herzgesunde Ernährung (wenig Fett; viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte)
- Wenig Alkohol
- Übergewicht vermeiden
- Die verordneten Medikamente einnehmen.
Weitere Informationen
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Quellen: Greten, H. (Hrsg.): Innere Medizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2002
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Herzinsuffizienz. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/014 (Stand: 11/2006)
Online-Informationen des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz (Stand: 12/2005)
