Ursachen
Herzrhythmusstörungen: Ursachen
Herzrhythmusstörungen (HRS, Arrhythmien) sind Störungen des Erregungsleitsystems des Herzens, das für den normalen, regelmäßigen Herzschlag (Sinusrhythmus) verantwortlich ist. Bei einer Pulsfrequenz von unter 60 Schlägen pro Minute spricht man von bradykarden Herzrhythmusstörungen; schlägt der Puls schnell, also mehr als 100 Mal pro Minute, handelt es sich um tachykarde Herzrhythmusstörungen. Extrasystolen sind Herzschläge, die zusätzlich außerhalb des Sinusrhythmus vorkommen. Herzrhythmusstörungen sind weit verbreitet und bedürfen häufig, aber nicht immer einer Behandlung.
Risikofaktoren, die zu Herzrhythmusstörungen führen können, sind Stress, fortgeschrittenes Alter, Übergewicht, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Stoffwechselstörungen. Aber auch Leistungssport kommt als Ursache infrage, da der Ruhepuls generell niedriger liegt als im normalen Sinusrhythmus. Darüber hinaus können verschiedene Erkrankungen ursächlich für Herzrhythmusstörungen sein, zum Beispiel:
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Herzklappenfehler
- Herzmuskelerkrankungen (z.B. Herzmuskelentzündung)
- Bluthochdruck
- Bestimmte Medikamente, Drogen und Vergiftungen
- Schilddrüsenerkrankungen (z.B. Schilddrüsen-Überfunktion)
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Symptome
Herzrhythmusstörungen: Symptome
Je nach Art der Herzrhythmusstörung treten Herzstolpern (Palpitationen), Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Bewusstseinsstörungen. Die Schwere der Symptome variiert stark: Während sie gelegentlich gar nicht oder nur gering wahrgenommen werden, können die Rhythmusstörungen in anderen Fällen sehr belastend sein. So kann es beispielsweise durch aussetzende Herzschläge zu plötzlichen Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen.
Vor allem ältere Menschen stürzen dann häufig, ohne anschließend zu wissen, warum. In einigen Fällen treten schwere Symptome wie Enge- und Beklemmungsgefühl in der Brust (Angina pectoris) und sogar ein Herz-Kreislauf-Stillstand durch die Herzrhythmusstörungen auf.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Diagnose
Herzrhythmusstörungen: Diagnose
Um abzuklären, ob die Herzrhythmusstörungen harmlos sind oder ob sie einer Behandlung bedürfen, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. In einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden und Krankheitsgeschichte (Anamnese) liegt das Augenmerk auf Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen, die Herzrhythmusstörungen bedingen können.
Zur anschließenden körperlichen Untersuchung gehören Puls- und Blutdruckmessung sowie verschiedene diagnostische Verfahren, die Hinweise auf Herzrhythmusstörungen geben:
- Elektrokardiografie (EKG) im Ruhe- und Belastungszustand, sowie Langzeit-EKG
- Röntgen-Untersuchung des Brustkorbs
- Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiografie)
- Blut-Untersuchungen
- Gegebenenfalls Herzkatheter-Untersuchung
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Behandlung
Herzrhythmusstörungen: Behandlung
Sind Herzrhythmusstörungen behandlungsbedürftig, richtet sich die Therapie nach der Ursache. Grundsätzlich empfehlen sich Medikamente, die sogenannte Antiarrhythmika: Sie bezeichnen eine Reihe von Wirkstoffen, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden, wie
- Betablocker
- Natriumkanal-Blocker
- Kalziumkanal-Blocker
- Kaliumkanal-Blocker.
Vor allem bei unregelmäßigem oder zu langsamem Herzschlag ist der Einsatz eines Herzschrittmachers sinnvoll. Die Elektroden des Herzschrittmachers überwachen den Sinusrhythmus und stimulieren den Herzmuskel, wenn dies nötig wird.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Prognose
Herzrhythmusstörungen: Prognose
Die Prognose von Herzrhythmusstörungen hängt von ihrer Ursache, der Grunderkrankung und Schwere ab. Die Bandbreite ist groß: Leichte, vorübergehende HRS ohne erkennbare Ursache haben eine sehr gute Prognose; schwere Arrhythmien können zu Herzschwäche, zum Herzstillstand oder plötzlichen Herztod führen.
Bei wiederholten Aussetzern des Herzschlags empfiehlt sich alten Menschen die Implantation eines Herzschrittmachers, um Lebensqualität und Lebenserwartung zu erhöhen. Grundsätzlich ist es ratsam, bei Herzrhythmusstörungen immer einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und rechtzeitig behandeln zu können.
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Vorbeugung
Herzrhythmusstörungen: Vorbeugung
Es empfiehlt sich, die Risikofaktoren und Ursachen für Herzrhythmusstörungen, wenn möglich, zu vermeiden. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und körperlicher Bewegung sowie gegebenenfalls Entspannungstechniken gegen Stress können dabei ebenso hilfreich sein wie der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkholkonsum.
Wer unter Herzrhythmusstörungen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen und die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen, um Komplikationen zu vermeiden.
Weitere Informationen
Autor: Karin Wunder, Dr. med. Martina Waitz
Datum: 01. Juli 2008
Quellen: Greten, H. (Hrsg.): Innere Medizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2002
Leitlinien zur rationellen Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Kardiologie: Bradykarde Herzrhythmusstörungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 023/023 (Stand: 05/2004)
