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Ursachen

Gallensteine: Ursachen

Bei Gallensteinen handelt es sich um körpereigene Gebilde, die im Gallensystem entstehen. Bei Steinen im Gallengang spricht man von Choledocholithiasis, in der Gallenblase von Cholezystolithiasis. Gallensteine bilden sich, wenn die Bestandteile der Gallenflüssigkeit in einem falschen Verhältnis zueinander stehen. 

 

Zu 80 Prozent besteht die Flüssigkeit aus Wasser und darüber hinaus aus wasserlöslichen Bestandteilen wie Gallensäure und Eiweiß. Hinzu kommt Cholesterin, das sich im Wasser nicht auflöst und nur durch die Gallensäuren, die das Cholesterin umgeben, am Verklumpen gehindert wird.

 

Befindet sich in der Gallenflüssigkeit zuviel Cholesterin oder sind zu wenige Gallensäuren vorhanden, bilden sich Cholesterinsteine. Sie machen etwa 80 Prozent der Gallensteine aus. Auch Calciumcarbonat und Bilirubin, ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin, können sich zu Steinen zusammensetzen.

 

An Gallensteinen leidet jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahre. Neben Geschlecht und Alter erhöhen sechs Faktoren das Risiko einer Erkrankung erheblich:

 

1. Erblich bedingte Veranlagung

2. Übergewicht

3. Ungesunde Ernährung

4. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

5. Schwere Lebererkrankung

6. Vermutlich auch die Einnahme von Östrogen, etwa 

    über die Anti-Baby-Pille

 

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

 

 

 

 

Symptome

Gallensteine: Symptome

Dreiviertel der Menschen mit Gallensteinen haben keinerlei Beschwerden. Sie wissen nichts von der Cholelithiasis, oder die Gallensteine werden nur zufällig entdeckt. Kommt es durch den Stein jedoch zu einem Verschluss im Gallengangssystem, treten heftige Beschwerden auf. Dazu können gehören:

 

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schmerzattacken, die mehrere Stunden anhalten und wieder abflachen (Gallenkolik)
  • Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen
  • Schmerzen und Beschwerden, die während oder nach dem Essen auftreten
  • Sodbrennen und Völlegefühl
  • Gelbfärbung der Haut und hellbrauner Urin bei Steinen im Gallengang
  • Fieber und Schüttelfrost durch eine Entzündung, die durch den Rückstau der Gallenflüssigkeit ausgelöst wird

 

Während ein Teil der Symptome auf verschiedene Erkrankungen hinweist, die nicht alle behandelt werden müssen, sind die kolikartigen Schmerzattacken typisch für Gallensteine. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, selbst wenn die Beschwerden schnell wieder abklingen.

 

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

Diagnose

Gallensteine: Diagnose

Es gibt verschiedene Untersuchungen, um eine Cholelithiasis zu diagnostizieren. Neben einer Blut-Untersuchung wird in der Regel zunächst eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) durchgeführt, die Form und Größe der Gallenblase und -gänge erkennen lässt. 

 

Ein Endosonografie verläuft ähnlich wie eine Magenspiegelung. Hierbei befindet sich ein kleines Ultraschallgerät am Ende des Schlauchs, das die Gallengänge darstellt. Eine endoskopische Untersuchung, bei der eine kleine Kamera über einen Schlauch Röntgen-Bilder von den Gallengängen liefert, ist die sogenannte Endoskopisch Retrograde Cholangio-Grafie (ERC). 

Werden auch die Gänge der Bauchspeicheldrüse dargestellt, heißt die Untersuchung Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatiko-Grafie (ERCP).

 

Unter bestimmten Umständen sind weitere Verfahren, wie eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder Computertomografie bei Gallensteinen sinnvoll.

 

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

Behandlung

Gallensteine: Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Lage der Gallensteine, der Stärke der Beschwerden und einer eventuell vorhandenen Entzündung. Wurden die Steine nur zufällig entdeckt, ist eine Behandlung in der Regel nicht notwendig. Nur bei besonders großen Steinen kann die präventive Entfernung der Gallenblase sinnvoll sein. 

 

Ist es bereits zu einem Verschluss durch Gallensteine oder im weiteren Verlauf sogar zu einer Gallenblasenentzündung gekommen, wird in der Regel die Entfernung der Gallenblase empfohlen. Diese Operation kann häufig mittels Schlüssellochchirurgie (laparoskopisch) durchgeführt werden, für die nur drei kleine Schnitte notwendig sind.

 

Gallensteine können auch über Medikamente aufgelöst oder mit Stoßwellen zertrümmert werden. Dafür dürfen die Steine allerdings nicht verkalkt sein oder noch relativ klein. Außerdem sollten sie noch keine Komplikationen ausgelöst haben. Empfehlenswert ist diese Methode nur in sehr wenigen Fällen, da das Risiko, dass sich neue Steine bilden, sehr hoch ist.

 

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

Prognose

Gallensteine: Prognose

Gallensteine lassen sich mitsamt der Gallenblase operativ entfernen. Das Leben ohne Gallenblase hat dabei keine wesentlichen Nachteile. Die Gallenflüssigkeit wird weiterhin in der Leber produziert; die Gallenblase dient nur als Speicherorgan. 

 

Nach der Gallenblasen-Entfernung sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Ernährung nicht zu fettreich und möglichst gesund mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen ist. Eine spezielle Diät ist jedoch nicht notwendig.

 

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

Vorbeugung

Gallensteine: Vorbeugung

In einem gewissen Rahmen kann man der Entstehung von Gallensteinen vorbeugen, indem man eventuell vorhandenes Übergewicht reduziert. 

 

Außerdem sollte die Ernährung gesund sein, also mit wenig Fett, aber vielen Ballaststoffen und Vitaminen.

 

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Nicole Lücke, Dr. med. Martina Waitz

Datum: 01. Juli 2008

Quellen: Lammert, Frank: Autoimmune, Cholestatic, and Biliary Disease. Hepatology Nr. 46, 11. Juli 2007, DOI 10.1002/hep.21847

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen und der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie: Diagnostik und Therapie von Gallensteinen. Leitlinien-Register Nr. 021/008 (Stand: 07/2007)

Medizinisches Wissensnetzwerk der Universität Witten/Herdecke (www.evidence.de): Patientenleitlinie Gallensteinleiden. Online-Publikation (Stand: November 2005)

Gallensteine;Galle;Gallenkolik;Cholelithiasis;Cholezystolithiasis;Gallenblase