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Definition

Aromatherapie: Definition

Im Gegensatz zur Aromapflege, die den Gebrauch ätherischer Öle zum körperlich-seelischen Wohlbefinden sowie die gezielte Anwendung bei Alltagsbeschwerden zu Hause oder im klinischen Bereich beschreibt, ist die Aromatherapie nur in einer berufsergänzenden Ausbildung zu erlernen. Sie setzt gute Kenntnisse in Anatomie, Pathologie, Physiologie, in Botanik und Phytopharmakologie voraus. Der Aromatherapeut muss zudem diagnosefähig sein – in der Regel also ein Arzt oder Heilpraktiker.

 

Grundsätzlich ist Aromatherapie die Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen mit ätherischen Ölen. Sie ist Bestandteil der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Die ätherischen Öle können in Form von Erkältungsbädern, Massageölen oder in Duftlampen eingesetzt werden. Die im Volksmund bezeichnete Aromatherapie als Anwendung von Duftstoffen im Privathaushalt ist streng genommen eine Aromapflege.  

 

Ätherische Öle

In der Natur gibt es zahlreiche Pflanzen, deren Blätter und Blüten intensive Duftstoffe enthalten. Am stärksten konzentriert sind diese Aromastoffe in dem ätherischen Öl (Mischung fettlöslicher, leicht flüchtiger Substanzen), das in einem aufwendigen Verfahren direkt aus den Pflanzenteilen gewonnen wird. 

 

Ätherische Öle riechen nicht nur gut, sondern haben zum Teil auch eine nachgewiesene medizinische Wirkung. Eukalyptus oder Menthol haben eine Schleim lösende Wirkung bei Katarrhen der oberen Atemwege. Salbei und Kamille helfen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

 

Die Bezeichnung "ätherisches Öl" ist nicht geschützt und wird auch für rein synthetische Produkte verwendet. Deshalb ist es nicht leicht, ein hochwertiges ätherisches Öl zu erkennen. Gute ätherische Öle sind mit der Bezeichnung "100 Prozent reines ätherisches Öl” gekennzeichnet. Seriöse Hersteller geben zudem den lateinischen Namen der Ursprungspflanze an, das Herkunftsland, die Art des Anbaus (konventionell, aus Wildsammlung oder kontrolliert biologisch) sowie das Gewinnungsverfahren. Bei Verdünnung von teuren Ölen muss das Mischungsverhältnis genannt sein. "Naturidentische” Produkte sind synthetisch hergestellt.

 

Achtung: Die meisten ätherischen Öle reizen die Haut und Schleimhäute und dürfen nur stark verdünnt angewendet werden. Zitrusöle sowie Lorbeer, Zimtrinde und Cassia können Allergien fördern.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 25. Juni 2009

Wirkungsweise

Aromatherapie: Wirkungsweise

Düfte sind chemische Verbindungen, die bei Raumtemperatur flüchtig, also gasförmig sind. Dabei setzt sich ein „typischer Geruch“ aus vielen Einzelstoffen zusammen; der Duft der Rose enthält etwa 500 verschiedene chemische Verbindungen. 

 

Diese Duftkomponenten landen zunächst auf der Riechschleimhaut der Nasenhöhle und werden dort von hoch spezialisierten Riechsinneszellen „erkannt“. Die Informationen werden dann in einem bestimmten Teil unseres Gehirns, im ‚Riechhirn’, weiter verarbeitet. Von dort geht es unter anderem weiter zum Limbischen System, dem Sitz der Emotionen und Erinnerungen im Gehirn. Hier erzeugen die eintreffenden Duftinformationen ein bestimmtes Gefühl, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. 

 

Ätherische Öle können aber auch über die Haut vom Organismus aufgenommen werden. Da sie im Hautfett löslich sind, gelangen sie über die Haut in die Blutbahn und damit in den gesamten Körper. Fast alle ätherischen Öle wirken antiseptisch, also keimtötend.

 

Manche Düfte wirken belebend, andere wiederum beruhigend und entspannend. Kaffeeduft erzeugt zum Beispiel bei den meisten Menschen ein wohliges Gefühl, Lavendel wird häufig als entspannend empfunden.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 25. Juni 2009

Anwendung

Aromatherapie: Ätherische Öle einfach und schnell

Sie können ätherische Düfte ganz einfach und schnell in den Alltag einbauen. Sie können beispielsweise. einen Strauß Duftrosen ins Zimmer stellen. Es geht aber noch pragmatischer, indem Sie einfach ein paar Tropfen Ihres ätherischen Lieblingsöls ins normale Waschmittel geben. Dann duften Ihre frisch gewaschenen Kleider entspannend. Oder mischen Sie etwas duftiges Rosenwasser im Verhältnis eins zu drei mit destilliertem Wasser und füllen Sie das ins Bügeleisen. Sie können das ätherische Öl auch mit etwas Olivenöl mischen und damit ganz sanft Ihre Ohrläppchen massieren. 

 

Wie unproblematisch Sie mit ätherischen Ölen etwas Gutes tun können, zeigen auch die nachfolgenden Rezepte:

 

  • Badeöl: Zwei Esslöffel Honig + zwei Esslöffel Sahne verrühren, dann ein bis zwei Tropfen Melissenöl (Melissa officianalis) oder Zitronenöl (Citrus limonum) dazu tropfen, fertig ist der Badezusatz (bei Zitronenöl vorher am Ellenbogen testen, ob das Öl vertragen wird – dazu etwas Mandelöl in die Ellenbeuge reiben, einen Tropfen Zitronenöl darauf, Reaktion abwarten)

 

  • Notfallhonig: Auf einen Teelöffel Honig, einen Tropfen Zitronenöl + einen Tropfen Eukalytusöl Eucalyptus radiata) träufeln, langsam auf der Zunge zergehen lassen  - eine gute Soforthilfe bei beginnender Erkältung

 

  • Südländisches Salatöl: Zwei Esslöffel Olivenöl mit einem Tropfen Caprimischung (Zitronen- und Orangenöl) + einem Tropfen Zitronenthymian (Thymian Linalool) vermischen

 

  • Erfrischendes Mineralwasser: Einfach ein Tropfen Pfefferminzöl (Mentha piperita) ins Wasser geben

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 27. August 2008

Überarbeitet: 25. Juni 2009

Quelle: Kettenring, M.: Ätherische Öle. Südwest 2009

Jänicke, Ch.; Grünwald, J.: Alternativ heilen: Kompetenter Rat aus Wissenschaft und Praxis. Methoden, Anwendungen, Selbstbehandlung. Gräfe und Unzer, München 2006

Werner, M.; von Braunschweig, R.: Praxis Aromatherapie: Grundlagen, Steckbriefe, Indikationen, Thieme, Stuttgart 2006

Thüler, M.: Wohltuende Wickel: Wickel und Kompressen in der Kranken- und Gesundheitspflege. Thüler, Bern 2003