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Fit mit dem Rad



Fit mit dem Rad

Radfahren ist der ideale Sport, um die Ausdauer zu trainieren und die freie Natur zu genießen. Zwei Kriterien machen Radfahren zum Erfolgserlebnis: die richtige Ausrüstung und effektives Trainingsverhalten. Als Konditionssport ist Biken für viele geeigneter als Laufen: Es belastet die Gelenke nicht und sorgt auch bei übergewichtigen Menschen für sportliche Fortschritte.

Modelle

Welches Rad für welchen Fahrer. Hier die wichtigsten Kennzeichen der unterschiedlichen Modelle:

 

Citybike: Ein Rad für die Stadt. 

Kennzeichen: Bequeme Sitzposition, eher aufrecht als gebeugt, 3-, 5- oder 7-Gang (Naben-)Schaltung, gute Gepäckträger, Laufräder oft 26 Zoll, breit bereift. Die häufig verwendeten Einrohr-Unisex-Rahmen ermöglichen einfaches und gefahrlosen Auf- und Absteigen und sind -gute Qualität vorausgesetzt - erstaunlich stabil.

 

Trekkingrad: Das Rad für Touren auf unwegsamen Pfaden und den Fahrradurlaub. 

Kennzeichen: sportliche Rahmengeometrie, geneigte Sitzposition, große 28 Zoll-Laufräder mit mittelbreiter Bereifung, 24-Gang-Ketten- oder 7-Gang-Nabenschaltung, solider Gepäckträger hinten.

 

Sport- und Touring-Bike (STB): Eine Fahrrad ähnlich dem Trekkingrad, jedoch optimiert auf leichten Lauf und mühelose Bedienung. Letzter Schrei ist die Untervariante "Fitness-Bike": Der Rahmen ist leicht und schmal wie bei einem Rennrad, die Reifen aber robuster, so daß auch Offroad-Strecken befahren werden können. Geeignet für Ausdauer- und Cardio-Training.

 

Tourenrad: Das klassische Rad. Kennzeichen: konservative Form (Damenmodell mit Schwanenhals- oder Doppelrohr- Rahmen), ruhiges Lenkverhalten, ohne Schaltung oder mit 3-Gang-Nabenschaltung, Kleiderschutz, 26 oder 28 Zoll Laufräder mit mittelbreiter Bereifung. Auch das typische Hollandrad ist dieser Gattung zuzurechnen. Wer mit dem Rad Kondition trainieren will, ist mit einem Tourenrad nicht so gut beraten.

 

Mountain-Bike (MTB): Für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen, zahlreiche Varianten. 

Kennzeichen: relativ kleine Rahmen, oft mit ungewöhnlicher Geometrie. Unterschieden wird zwischen Vollfederung (full-suspension) und Vorderradfederung (hard tail). 26 Zoll Laufräder mit grobstolliger Bereifung, Räder als Off-Road-Modelle ohne Sicherheitsausstattung nach StVO, 24-27 Gang-Kettenschaltung mit weitem Übersetzungsbereich.

 

All-Terrain-Bike (ATB): Mischung aus Trekking- und Mountain-Bike. Damit soll man sich auf der Straße wie im Gelände wohl fühlen. Unterschiedlichste Varianten.

 

Rennsportrad und Rennmaschine: Federleichte Rahmen (Alu, Carbon), leichte, schmale  Laufräder, schmaler Sattel, aerodynamische Geometrie, nach unten gebogener Lenker,10-27-Gang-Schaltung: Nur für fortgeschrittene und trainierte Fahrer! Eignet sich nur für die Straße (und für gutes Wetter): Es lassen sich hohe Geschwindigkeiten erreichen und auch (asphaltierte) Bergtouren sind möglich. Nachteil: unbequeme Sitzhaltung, äußerst empfindlich bei schlechten Straßen, keine Federung, daher nicht gesäß- und rückenfreundlich.

 

Die Übergänge zwischen den einzelnen Gattungen sind selbstverständlich fließend, die Begriffe in der Regel nicht geschützt.

 

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Maße

Das "angemessene" Rad

Gute Räder gibt es in verschiedenen Größen. Variiert wird vor allem die Rahmenhöhe, das ist der Abstand zwischen Tretlagerachse und Oberkante des Sattelrohres. Die Sattelstütze selbst wird nicht mitgerechnet. Gerade bei einem Fahrrad mit Oberrohr ist es wichtig, dass der Rahmen nicht zu groß ist. 

 

Die richtige Rahmenhöhe ermitteln Sie, indem Sie von Ihrer Schrittlänge (Innenlänge des Beins) 25 Zentimeter abziehen. Weil neben der Beinlänge auch Ihre Körpergröße, die Armlänge, die Wahl des Sattels und die grundsätzliche Rahmengeometrie eine Rolle spielen, sollten Sie mit dem ermittelten Wert nicht allzu dogmatisch umgehen. Die optimale Rahmenhöhe unter Berücksichtigung aller Faktoren kann durchaus um rund drei Zentimeter nach unten (oder oben) abweichen. 

 

Gängige Fahrradrahmen haben Rahmenhöhen zwischen 49 und 73 Zentimeter. Die Laufräder von modernen Trekking-Rädern sind meist 28 Zoll groß, das entspricht (ohne Bereifung) einem Durchmesser von 622 Millimetern. Gerade für kleinere Menschen kann ein 26-Zoll-Rad (559 mm) das passendere sein. Wer sich nicht sicher ist, welche Rahmengröße paßt, sollte sich im Fachhandel beraten lassen. Dort kann man Räder auch probefahren.

 

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Gesundheit

Fahrrad und Gesundheit

Radsport ist ein sehr gesunder Sport. Ein Grund dafür: Der Körper ruht auf dem Sattel und muss keine Arbeit gegen die Schwerkraft verrichten. Die aufgewandte Energie kann fast ausschließlich zur Überwindung der Bodenreibung und des Luftwiderstandes aufgewendet werden. 

 

Anders als beim Gehen oder Laufen ruht das Körpergewicht nicht auf den Knie- oder Fußgelenken. Die Gelenke können also schonend ohne starke Belastung bewegt und der Muskelapparat aufgebaut werden. Ist der Muskelapparat erst aufgebaut, fängt er auch bei anderen Belastungen Stöße und Erschütterungen auf, Gelenke und Sehnen werden also auch langfristig geschont. Das Prinzip "Bewegung ohne Belastung" macht das Fahrradfahren nicht nur zum Hobby, sondern auch zur Therapie.

 

Und wer taktvoll an die Sache rangeht, kann sich schon nach kurzer Zeit über Erfolge freuen – man muss nur auf sein Herz hören. Für ein effektives Training ist die Herzfrequenz die entscheidende Maßeinheit. Um seinen richtigen Trainingspuls zu kennen, ist es unerläßlich, sich beim Fachmann einem Laktatstufentest (=Milchsäureanteil im Blut) zu unterziehen. Die Laktatkurve zeigt, bei welcher Herzfrequenz sie Sport treiben sollten und wann ihr Körper übersäuert.

 

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Risiken

Macht Radfahren impotent?

Die kniegelenkschonende Gewichtsverlagerung beim Radfahren birgt auf der anderen Seite auch Gefahren in sich. Das Hauptgewicht des Körpers verteilt sich nämlich nun je nach Haltung auf Körperregionen, die dafür ursprünglich nicht vorgesehen waren: Auf die Handgelenke und auf die Dammregion zwischen den Sitzbeinhöckern. 

 

Abhängig von Breite und Polsterung der Sättel kann es im Damm zu Verengungen wichtiger versorgender Blutgefäße und Nerven kommen. Gerade nach langen Radtouren macht sich dies als unangenehmes Kribbeln oder taubes Gefühl bemerkbar. Ob Fahrradfahren allerdings auf diese Weise impotent macht, ist umstritten. Die möglichen Risiken werden durch den positiven Einfluss des Radfahrens auf die Fitness und das Wohlbefinden bei weitem ausgeglichen.

 

Risiken kann man durch die Wahl eines breiteren Sattels und durch Vermeidung starker Stöße (Gewicht kurzzeitig mit den Beinen abfangen, gefedertes Rad kaufen) verringern. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Wahl des Sattels. Durch den Druck auf Blutgefäße und Nerven im Genitalbereich kann es dort zu Sauerstoffmangel und Taubheitsgefühl kommen.

 

  • Sattel mit Loch: grundsätzlich scheint ein Sattel mit großer Fläche vorteilhafter zu sein. Bei Sätteln mit Loch konzentriert sich die Last auf eine noch kleinere Fläche.
  • Gelsattel: Hochwertige Gelsattel wirken sich günstig aus, der Druck verteilt sich besser

 

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Kauf

Was man vor dem Kauf beachten sollte:

Vor dem Fahrradkauf sollten Sie sich genau darüber im Klaren sein, für welche Zwecke Sie Ihr Fahrrad eigentlich nutzen wollen. Wollen Sie mit dem Fahrrad nur kurze Strecken zurücklegen, um es zum Beispiel für den täglichen Einkauf zu nutzen, reicht unter Umständen schon ein ungefedertes Bike, welches schon ab circa 250 Euro erhältlich ist. 

 

Bei längeren Strecken, zum Beispiel bei einer Urlaubsreise empfiehlt sich ein hochwertiges und gefedertes Produkt. Der Preis hier ab 500 Euro. Allgemein gilt, dass sie für den Kurzstreckenbereich auf ein Citybike (Stadtrad), für längere Strecken dagegen auf ein Trekking- bzw. Reiserad zurückgreifen sollten. Für den sportlichen Bereich bietet sich auf unbefestigten Wegen das Mountainbike, sowie auf Asphalt das Rennrad an.

 

  • Die Rahmenhöhe Ihres neuen Fahrrades muss mit Ihren Körpermaßen übereinstimmen. Hauptkriterium dabei ist die Beinlänge. Achten Sie gerade hier auf eine kompetente Beratung des Verkäufers.
  • Federungen müssen korrekt eingestellt sein, nur so kann beim Fahren höchster Komfort erreicht werden. Eine gefederte Sattelstütze gehört schon zu den Mindestanforderungen, eine Federgabel mindert zudem Stöße auf Hände, Arme und Schulter. Eine gute Hinterbaufederung dagegen fängt Stöße auf Rücken und Sitzbereich ab.
  • Der Lenker sollte ungefähr der Breite der Schultern entsprechen. Zudem sollte ein guter Lenker verschiedene Griffpositionen ermöglichen. Wer gern öfter mal die Körperhaltung ändert, ist mit einem Multifunktionslenker in Schmetterlingsform gut beraten.
  •  Auch auf einen guten Gepäckträger kommt es beim Fahrradfahren an: Ein tauglicher Hinterradträger sollte dementsprechend Belastungen von mindestens 20 Kilogramm standhalten können und aus mindestens zwei Seitenstreben und vier Befestigungen am Rahmen bestehen.
  • Bei der Schaltung können Sie zwischen Naben- und Kettenschaltungen wählen. Eine Nabenschaltung ist generell leichter zu bedienen und benötigt weniger Wartung. Bei der Übersetzung bietet aber die Kettenschaltung mehr Möglichkeiten.
  • Bei den Bremsen gehört die V-Bremse mittlerweile zum Standard. Für Scheibenbremsen zahlt man einen Aufpreis von mindestens 250 Euro, sie eignen sich eigentlich auch nur für sportliche Fahrer.
  • Bei den Felgen sollten Sie möglichst auf Stabilität achten: Mit Hohlkammer – Felgen sind Sie dabei auf der sicheren Seite. Bei der Bereifung hindern gedichtete Nabenlager Schmutz und Feuchtigkeit am Eindringen. Naben mit Schnellspannern erlauben einen schnellen Aus- und Einbau der Räder ohne Werkzeug.
  • Wer sein Rad häufig im Dunkeln benutzt, sollte sich einen Nabendynamo gönnen. Der Aufpreis dafür beträgt circa 75 Euro. Ansonsten reicht auch ein herkömmlicher Dynamo. Das Rücklicht sollte eine Standlichtfunktion haben.
  • Ein Spartipp zum Schluss: Einige Fachhändler bieten den sogenannten "Custom Made-Service" an: das bedeutet, daß ihr Fahrrad individuell aufgebaut wird. Sie wählen Rahmen, Radreifen, Schaltung, Bremsen, Vorbau, Lenker, Pedale usw. selbst aus, der Mechaniker montiert alles. So kann man erstens Geld sparen und zweitens sein ideales Zweirad erwerben.

 

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Ausrüstung

Bekleidung & Co

  • Bekleidung: Der Markt für Fahrradspezialkleidung ist riesig. Abgesehen von modischen Aspekten ist die richtige Klamotte tatsächlich auch sportlich und gesundheitlich relevant. Rad-Hosen sind innen entlang der Sitzfläche gepolstert,  das verhindert Schmerzen im Gesäßbereich (die Hosen werden ohne Unterwäsche getragen!). Außerdem gibt es kaum Nähte, die schäuern könnten. Oberbekleidung sollte atmungsaktiv oder "funktional" sein, d.h. dank spezieller Synthetikstoffe funktioniert das Material wie eine semipermeable Membran, läßt also Schweiß nach außen verdunsten, hält aber Windeintritt ab. Radsportbekleidung ist körperbetont geschnitten, weil sie möglichst wenig Windwiderstand bieten soll. Anprobieren ist vor dem Kauf deshalb dringend zu empfehlen. Die Preise sind hoch. Zwischen 30 bis 150 Euro muß man für funktionale Shirts rechnen, Hosen oder Einteiler kosten zwischen 50 und 300 Euro. Gewaschen wird die funktionale Bekleidung stets ohne Weichspüler: der verstopft nämlich die Membran.

 

  • Schuhe: Je nach Radtyp gibt es passendes Schuhwerk zu kaufen. Radschuhe haben eine steife Sohle, damit die Energie optimal auf die Pedale übertragen werden kann. Auf die Sohle lassen sich Metallklammern schrauben, die in die Pedale einrasten und so die Verbindung zwischen Schuh und Pedale noch besser machen (diverse Systeme, unterschiedlich für Rennrad oder Mountainbike). Die sogenannte "Klickpedale" funktioniert wie eine Sicherheitsbindung beim Ski. Durch eine Drehbewegung kann man den Schuh ausrasten.

 

  • Helm: Unerläßlich für jede Fahrt! Wichtig zu wissen ist, daß die meisten Helme, egal ob für 50 oder 250 Euro, sicherheitstechnisch das Gleiche bieten. Teurere Helme sind nur besser belüftet und aerodynamischer gestaltet.

 

  • Brille: Aus bruchsicherem Plastik schützen sie vor Mücken und anderem Kleinzeug im Auge, aber auch vor Zweigen und Zugluft. Preis ab circa 50 Euro.

 

  • Handschuhe: Wer vom Rad fällt, bremst meist auf den Händen. Schürfwunden, aber auch Schwielen vom Lenker lassen sich damit vermeiden. Preis ab 10 Euro.

 

  • Schutzpolsterung: Nur für Extremfahrer (downhill etc.) empfehlenswert, weil sie teuer und sperrig ist.

 

  • Nicht vergessen: Reparaturset, Ersatzschlauch, Pumpe, kleines Werkzeug helfen jedem bei Pannen. Wer längere Strecken fährt, sollte diese Dinge griffbereit haben.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Kerstin Heger

Datum: 25. Juni 2009

Quelle:www.adfc.de

 

 

Fahrrad;Fitness;Gesundheit;Biken;Rennrad;Mountainbike;Fahrradausrüstung