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Definition

Nahrungsergänzungsmittel: Definition

Vitamin- und Mineralstoffpräparate gehören zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Ergänzung deshalb, weil sie in Lebensmittel untypischer Form als Tabletten, Pulver oder Kapseln zusätzlich zu den üblichen Mahlzeiten eingenommen werden. 

 

Rechtlich ist das Lebensmittel - und  Bedarfsgegenständegesetz für sie zuständig und nicht das Arzneimittelrecht. Das bedeutet auch, dass die Hersteller weder ihre Wirksamkeit noch Unbedenklichkeit nachweisen müssen. Wer eine Gewerbeerlaubnis besitzt, kann Vitamin- und Mineralstoffpräparate verkaufen und herstellen. Die Produkte dürfen jedoch keine Werbeaussagen benutzen, die auf Krankheiten Bezug nehmen. Nicht einmal Aussagen wie „zur Stärkung der Abwehrkräfte“ sind laut Gesetz zulässig. 

 

Die Branche nutzt daher das positive Image der Vitamine. Was auf dem Etikett steht, muss allerdings auch drin sein. Das stellt zum Beispiel die Anbieter von Vitamin C vor große Probleme. Weil sich dieses Vitamin im Laufe der Zeit chemisch verändert und dadurch immer weniger wird, müssen die Hersteller überdosieren, damit auch am Ende des Haltbarkeitsdatums noch die Menge Vitamin C enthalten ist, die auf der Verpackung steht. Präparate aus dem Internet sind oft überdosiert, weil es nur in Deutschland Dosierungsrichtlinien gibt.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 02. Juli 2009

Lebensmittel & Vitamine

Pillen statt Obst und Gemüse

Wer besonders viele Früchte in allen Farben und grünblättriges Gemüse verzehrt, senkt das Risiko für eine Herzkrankheit um 20 Prozent. Vermutlich ist es aber die Kombination aus Antioxidanzien und anderen sekundären Pflanzenstoffen sowie Pflanzenfasern, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, und nicht etwa einzelne Wirkstoffe. Offenbar ist die natürliche Gesundheitsmischung unübertroffen, die unsere natürlichen Lebensmittel bereithalten. 

 

Entscheidend für unsere Gesundheit sind Zehntausende Bioaktivstoffe in Obst und Gemüse wie die Radikalfänger Polyphenole, die verschiedenen, entzündungshemmenden Flavonoide insbesondere aus roten und blauen Beeren und Gemüse, Mikronährstoffe wie Jod, Eisen sowie natürliche Hormone, die in Sojabohnen enthalten sind.

Der Trend in der Vitaminforschung geht deshalb weg von Multivitaminpillen.

 

Vitamin- und Nährstoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel

Im Rahmen von Werbekampagnen und Produktinformationen wird  der  Eindruck  erweckt,  dass  die  heute  im  Handel  verfügbaren  pflanzlichen Lebensmittel im Vergleich zur Vergangenheit an Nährstoffen verarmt sind, sodass eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere mit Vitaminen und Mineralstoffen, durch eine ausgewogene Ernährung nicht mehr gewährleistet werden kann. Wissenschaftlich fundierte Untersuchungen liegen diesen Aussagen jedoch nicht zu Grunde. 

 

Studien im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben den Trend im Gehalt der wert- gebenden Inhaltsstoffe in der zeitlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte untersucht. Das Ergebnis: Der  Vergleich  von Nährstoffdaten ausgewählter Lebensmittel über einen Zeitraum von 50 Jahren zeigt keine Abnahme der Vitamin- oder Mineralstoffkonzentrationen. 

 

Durch eine vollwertige Ernährung, einhergehend mit einem vielfältigen Verzehr an Obst und Gemüse, ist für den gesunden Menschen mit normalem Nährstoffbedarf eine ausreichende Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen gewährleistet, so die DGE. Der Frischezustand bzw. die Qualität der pflanzlichen Lebensmittel ist sensorisch, also durch Farbe, Konsistenz und Geruch, vom Verbraucher selbst wahrnehmbar.

 

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 02. Juli 2009

Vitaminmangel

Vitaminmangel

Echte Vitaminmangelkrankheiten wie Skorbut oder Beriberi treten heute in den modernen Industrienationen nur noch selten auf. Die DGE hat im Ernährungsbericht 2004 festgestellt: Einen echten Vitaminmangel gibt es in Deutschland nicht. Als kritische Nährstoffe können allenfalls Folsäure, Vitamin D und Jod gelten. 

 

Eine Unterversorgung mit Folsäure ist der häufigste Vitaminmangel. Zu wenig an Folsäure kann zu Blutarmut führen und Depressionen fördern. Vor allem für Frauen, die schwanger werden wollen, ist die zusätzliche Versorgung mit Folsäure absolut angeraten; denn dieses Vitamin verhindert schwere Missbildungen beim Ungeborenen. 

 

Vitaminmangel können neben Schwangeren und Stillenden auch andere Risikogruppen haben: junge Frauen, die die Pille nehmen (Folsäure), Kinder im Wachstum, Senioren über 70, Raucher, Menschen, die häufig Alkohol trinken, Diabetiker, Menschen mit Stoffwechselstörungen und anderen Krankheiten. Falls jemand einer bestimmten Risikogruppe angehört, sollte er eine eventuelle zusätzliche Vitaminversorgung mit seinem Hausarzt abstimmen und sich auch in der Auswahl der Produkte beraten lassen.

 

 

Autor:Annegret Steinkamp

Datum: 02. Juli 2009

Überdosis

Überdosis

Einige Vitamine sind fettlöslich (A, E, D, K), andere sind wasserlöslich (B1, B2, B3, B5, Biotin, Folsäure, Vitamin C). Das hat vor allem Konsequenzen bei Überdosierung: Vorsicht ist vor allem geboten bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Diese dürfen nicht überdosiert werden, da sie sich im Körper einlagern können. Alle anderen Vitamine sind wasserlöslich und werden bei Überdosierung einfach wieder ausgeschieden. 

 

Nur wenige Zigarettenkonsumenten kennen das Risiko einer Überdosierung von dem Provitamin A, Betakarotin, enthalten in Karotten, Spinat oder Grünkohl. Eine große Studie an fast dreißigtausend finnischen Rauchern belegt eindeutig, dass große Mengen Betakarotin vermehrt zu Lungenkrebs führen. „Wenn ein Raucher einen Vitamindrink plus ein stark dosiertes Multivitaminpräparat einnimmt, könne er schnell auf einen zu hohen Wert kommen“, warnen Experten. 

 

Seit Juni  2003 müssen laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte alle Medikamente, die mehr als 20 Milligramm Betakarotin enthalten, einen Warnhinweis für Raucher tragen. Auch die beliebten ACE-Säfte enthalten häufig große Mengen an Betakarotin. Selbst das wasserlösliche Vitamin C überfordert in exzessiven Mengen das Filterorgan des Körpers, die Nieren, und fördert die Bildung von Nierensteinen. Nahrungsergänzungen mit Mineralstoffen sollte man ebenfalls nicht unbedacht in großen Mengen auf eigene Faust einnehmen. Denn der Mineralstoffhaushalt reagiert empfindlich auf Ungleichgewichte. Wer zum Beispiel dauerhaft Zink nimmt, behindert dadurch die Aufnahme von Eisen.

 

 

Weitere Informationen

 

Autor: Annegret Steinkamp

Datum: 29. August 2008

Überarbeitet: 02. Juli 2009

Quellen: Wendel, S.: Richtig essen im Job: Warum bin ich nur so schlapp? Südwest, München 2005

Gröber, U.: Orthomolekulare Medizin: Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

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